Die Achterbahnfahrt namens „Ungewissheit“

Herzlich Willkommen, liebe Absurditäten des Lebens.

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Hiermit eröffne ich das vermutlich (vorläufig) letzte Mal Menstruationsschmerz in meinem Leben. In drei Wochen ist die Op und danach soll direkt mit der Hormonbehandlung angefangen werden.

Aussage der Oberärztin: „Sie nehmen dann die Pille durch, ohne Unterbrechungen, außer es besteht irgendwann ein Kinderwunsch. Dann muss man nochmal neu begutachten.“

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Das mit dem Kinderwunsch ist immer noch absurd auf vielen Ebenen, vor allem, weil es bis zur Op weiterhin unklar bleibt, wie genau nun eigentlich die Fehlbildung meiner Gebärmutter aussieht. Ggf erledigt sich das mit dem Kinderwunsch ja dann auch von ganz alleine. Vielleicht kann ich mir dann demnächst mit 26 Jahren überlegen, ob so eine Gebärmutterentfernung nicht sinnvoll klingt. Tsss… absurd ist das alles.

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Gerade eben habe ich mich ertappt, wie ich meine, doch irgendwie plötzliche, Periode, verflucht habe. Sie kündigte sich seit gestern an, täuschte heute Mittag dann mal kurz an und kam vorhin dann doch sehr überraschend. Und wie soll es anders sein? Natürlich direkt mit Schmerzen.

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Nun sitze ich im Bett, mit Körnerkissen und der Packung Tabletten neben mir. Die Tablettenpackung werde ich nun binnen der nächsten fünf Tage zur Hälfte oder Dreivierteln aufbrauchen. 20 Tabletten auf Naproxen-Basis sind in einer Packung. Man kann sich also vorstellen, was für Schmerzen ich eigentlich jeden Monat erlitten habe, in den letzten 12-13 Jahren.

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Und so stand ich vorhin in der Küche, während das Körnerkissen warm wurde und heulte mich bei meiner besten Freundin, via WhatsApp aus, wie scheiße ich das finde, ausgerechnet jetzt, eine Nacht vor meinem letzten Auftrag, meine Tage zu bekommen. Und wie sehr mich das nervt zu wissen, wie die letzten Male schmerzmäßig waren und dass ich ahne, dass das jetzt wieder so verläuft. Und ich dann gar nicht weiß, wie ich mich morgen auf der Arbeit überhaupt auf zwei Beinen halten soll. Geschweige denn, wie ich morgens mit den Schmerzen aus dem Bett kommen soll.

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Etwa zehn Minuten später finde ich mich heulend in meinem Bett wieder. Ich verfluche es, gerade diese Schmerzen zu haben und meine Tage zu bekommen. Zu einem Zeitpunkt, der wieder unpraktischer nicht sein könnte. Doch gleichzeitig will mir nicht aus dem Kopf gehen, dass dies vielleicht das letzte mal für lange Zeit oder gar für immer ist, je nachdem, wie die Op verläuft.

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Vermutlich wäre ich aktuell entspannter, würden wir „nur“ von der „normalen“ Endometriose sprechen, doch leider stellte man ja bei der Voruntersuchung noch eine Fehlbildung der Gebärmutter fest, von der 25 Jahre lang, keiner was gewusst haben will. Ne, so Fehlbildungen ploppen ja auch plötzlich über Nacht auf dem Boden heraus, klettern in Häuser rein und befallen nachts, schlafende, ahnungslose Wesen. Kennt man ja, diese Geschichten.

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So heißt es nun also nicht nur bangen, dass die Endometriose nicht so arg ausgebreitet ist, dass sie mir meine Fruchtbarkeit raubt oder erschwert, sondern zusätzlich noch bangen, dass die Fehlbildung nicht so gravierend ist.

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Die Chancen stehen jetzt wie? Auf jeden Fall hab ich jetzt schon so krass im „Scheiße-Jackpot“ abgeräumt, dass ich in meinem Leben besser nicht mehr Lotto spiele, oder Spielsüchtig werde. Kann ich nämlich mit meinem Pech nur verlieren.

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Es ist absurd auf so vielen Ebenen. Da kämpft man sich 13 Jahre lang aus dem Teufelskreis der psychischen Erkrankungen heraus und versucht von seiner „Emotional instabilen Persönlichkeitsstörung“ Abstand zu gewinnen… und als man das ein paar Jahre echt gut geschafft hatte, kommt eine physische Erkrankung hinzu, die alles über Wochen zur Ungewissheit macht und einen in eine emotionale Achterbahnfahrt schmeißt. Soll mir einer sagen, dass das nicht wirklich Absurd ist…

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Danke für nichts Leben. Ich wüsste zwar gerade nicht, warum ich noch gegen dich und deine fiesen Machenschaften ankämpfen sollte… aber irgendwie fühlt sich aufgeben verkehrt an. Hab ich in der Vergangenheit mehrfach versucht, hat mehrfach nicht geklappt, also bin ich ja wohl selbst zum aufgeben zu blöd.

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Und möglicherweise muss ich dieses Adjektiv auf die Liste meiner Eigenschaften setzen:

Aber ich kann ja schon ganz schön trotzig werden… Wer mir sagt: „Du kannst das nicht, Du darfst das nicht, Du sollst das nicht“ wird immer mit einer trotzigen Marie rechnen müssen.

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Also Leben:

Wenn Du meinst mich in die Knie zwingen zu können, weil Du mir keinen Anlass bietest, wofür es sich zu leben lohnt – Dann bekommst Du jetzt die trotzige Marie zu spüren, die darauf antwortet: „Ich mach nicht das, was Du willst. Ich geb nicht auf! Ich lass mich nicht unterkriegen!“

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Schwierig würde es nun nur werden, wenn das Leben so etwas wie umgekehrte Psychologie kennt und mich ausgetrickst hat. Das sollte ich besser nicht erfahren, sonst wird das ganz schön kompliziert mit diesem Leben… 😉

Das Gefühl von Machtlosigkeit und dem Versuch, nicht wahnsinnig zu werden

Und wie aus dem Nichts, wirst Du mit 25 Jahren, vor die Frage gestellt: Willst Du eigentlich mal Kinder haben?

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Diesmal aber nicht nach dem Motto, jemand lernt dich kennen und will das einfach wissen um dich als Person zu verstehen. Diesmal kannst Du auch nicht antworten: „Keine Ahnung. Hängt wohl von der/dem passenden Partner/in ab. Werden wir in ein paar Jahren sehen.“

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Diesmal zerbrichst Du dir unweigerlich den Kopf darüber, ob Du ernsthaft an eigenen Kindern interessiert bist.

Denn diesmal teilt dir eine Ärztin mit, dass Du vielleicht niemals eigene Kinder haben kannst.

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Als vor drei Wochen endlich der Verdacht Endometriose im Raum stand, war mir schnell klar, dass diese Frage noch öfter aufkommen wird. Beim Vorgespräch, bei der medikamentösen Therapie, in der langfristigen Behandlung… überall würde es Thema werden, dass Endometriose zu Problemen führen kann, wenn es um den eigenen Kinderwunsch geht. Da war aber alles noch so „locker“ und man schaut halt mal, was bei der Op überhaupt herum kommt.

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Heute wurde die Endometriose bereits zu 90% bestätigt, ohne überhaupt die Bauchspiegelung gehabt zu haben. So eindeutig sahen die fast pechschwarzen Zysten im Ultraschall, für die Oberärztin des Endo-Zentrums, aus. So eindeutig ließ die Anamnese bereits darauf schließen.

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Nun gut, dann ist das jetzt halt klar, man entfernt die Zysten und dann geht es an die medikamentöse Therapie. Da kam der nächste Klopper: „Sie werden dann dauerhaft die Pille nehmen müssen. Sprich sie werden ihre Tage erst wieder bekommen, wenn sie irgendwann aktiv versuchen, Kinder zu bekommen. Vorher werden sie keinen normalen Zyklus mehr erleben.“

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Jahrelang wollte ich nicht sinnlos Hormone einschmeißen, weil das ja nicht die Lösung für alles sein kann… jetzt soll ich mit 25 in die künstliche Menopause, damit ich, halbwegs bis ganz, beschwerdefrei leben kann. Großes Kino.

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Als wäre bis hierhin mein 2020 nicht schon eine große Katastrophe gewesen, folgten die nächsten Hiobsbotschaften.

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„Von der Tast- und Schalluntersuchung her, schaut es nicht so aus, ihre Angaben sprechen aber dafür. Wir werden den Darm nochmal auf Endo-Herde untersuchen. Sollten wir welche finden, kann es passieren, dass wir den Darm teilweise entfernen, für mehre Monate einen künstlichen Darmausgang legen und das dann revidieren, wenn der restliche Darm sich erholt hat. Sollen wir das ggf direkt in der Op machen, oder wollen sie lieber nochmal über das Ergebnis sprechen und dann eine zweite Op ansetzen?!“

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Hand auf‘s Herz: Wer von euch hat sich mit 25 schon mal Gedanken darüber machen müssen, wie er zu einem künstlichen Darmausgang steht? Niemand? Geht mir genau so… Wir haben uns darauf verständigt, dass der Befund erst nochmal mit mir besprochen wird und man zusammen abwägt wie nötig der Eingriff wirklich wäre.

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Und falls jemand denkt, hier hätte das Drama ein Ende gefunden… nö. Es wurd noch besser.

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„Ihre Gebärmutter sieht aber auch nicht ganz normal aus.“

Ich weiß nicht wieso, aber Krebs war in meinem Kopf in dem Moment präsenter, als die Aussage: „Man nennt das Herzförmige Gebärmutter. Hier außen können sie die Gebärmutter gut erkennen, aber umso mehr man in die Mitte geht, verschwindet sie. Irgendwann sieht man die im Ultraschall nicht mal mehr. Das kann sein, dass eine Schwangerschaft damit schwer, bis gar nicht möglich wird. Das ist eine Fehlbildung, die man operativ abklären muss.“

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Zack. Mit 25 sagt man mir, dass ich eine fehlgebildete Gebärmutter habe, mit der ich eventuell gar keine Kinder kriegen kann. Wieso genau hat mir das die letzten ca. 13 Jahre niemand gesagt? Wieso haben das 3 Ärztinnen nicht gesehen, obwohl diese Fehlbildung von Geburt an vorhanden ist?

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Nun habe ich eine Gebärmutterhöhlenspiegelung mit anschließender Bauchspiegelung gewonnen. Falls man bei der Gebärmutterspiegelung die Gebärmutter durchstoßen sollte, könnte man sie so in der zweiten Spiegelung wieder zusammenflicken… tatsächlich war der Gedanke mein kleinstes Problem an der ganzen Geschichte.

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Von sämtlichen anderen Komplikationen und Risiken, die sonst mit solch einer Op einhergehen, brauchen wir nicht reden. Die habe ich alle mit Schulterzucken wahrgenommen. Eitrige Wunden, Schulterschmerzen von der Lagerung, verletzte Organe, allergische Reaktionen, … Alles Kleinscheiß über den sie halt aufklären musste. Nichts worüber man sich einen Kopf zerbrechen müsste. Pah. Das ich das mal sagen würde…

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Ich will mich nicht verrückt machen und eigentlich will ich mich auch noch gar nicht mit der Frage nach meinem eigenen Kinderwunsch beschäftigen. Bis zum Op-Termin sind es noch ein paar Wochen und bis die Op vorbei ist, wissen wir alle nicht, was jetzt genau Stand der Dinge ist und was nicht.

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Selbst, wenn ich mir die Frage nun beantworten würde… was würde es mir bringen? Herbe Enttäuschung nach der Op, wenn es heißt, eigene Kinder sind unmöglich und ich gedanklich aber doch welche haben wollte? Kann ich drauf verzichten, also will ich so genau gar nicht drüber nachdenken.

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Doch der Gedanke, dass man sich bald Gedanken darum machen muss, macht mich kirre. Der Gedanke, was ist wenn, schwirrt den gesamten Tag im Kopf herum. Mit etwas Ablenkung verschwindet er kurzzeitig, doch er taucht schneller wieder auf, als man meint.

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Für die, die bisher gelesen haben… ich bin kein wahnsinnig, krass, gläubiger Mensch, war es nie und werde vermutlich auch nie einer werden. Doch hin und wieder, wenn vieles auf einmal passierte und ich keine Kontrolle über die Dinge hatte, habe ich gebetet. Ich habe gebetet, dass falls es irgendwas in diesem Universum gibt, mir dieses Wesen, ein wenig Kraft schenkt. Ich glaube nicht an übersinnliche Heilkräfte, oder der gleichen… aber ich glaube durchaus daran, dass der Glaube an etwas, einem Kraft geben kann. Kraft, die ich aktuell mehr denn je brauchen kann.

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Seit 13 Jahren kämpfe ich gegen meine Psyche und ihre Dämonen an. 13 Jahre war ich mein größter Feind. 13 Jahre hatte ich es aber auch in der Hand, wie der Kampf ausgeht. Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig, als auf die Ärztin und Glück zu bauen. Darauf zu hoffen, dass nach all dem Drama dieses Jahres, endlich Ruhe einkehrt und alles halb so wild ist, wie es vielleicht gerade noch scheint.

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Ich habe mich noch nie so machtlos gefühlt wie aktuell. Nichts tun zu können, außer den Kopf hochzuhalten und nicht wahnsinnig zu werden… das ist Machtlosigkeit auf einem neuen Level.

Ein Fazit: 4 Wochen Fructoseintoleranz und Essstörung unter einen Hut bringen

Fazit nach 4 1/2 Wochen Ernährungsumstellung: Das klappt tatsächlich besser als gedacht.

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Ich sollte jetzt vier Wochen komplett auf Fructose verzichten, was von Anfang an klar war, dass das nicht klappt. Mit einer Essstörung kann ich nicht mal eben von jetzt auf gleich auf 3/4 meiner Lebensmittel verzichten. Stattdessen habe ich alles auf ein Minimum zurück geschraubt, ohne mir Dinge zu verbieten.

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Man lernt bewusster wahrzunehmen, auf was für Produkte man besonders reagiert, auf welche vielleicht gar nicht und in welchem Maß sie verträglich sind. Kleinigkeiten, über die ich nie nachgedacht habe.

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Beispiel: Cola. Oh Boy gibt’s da Unterschiede. Ich bin ja ein Cola-Junkie, dass ist ja schon ewig so. Ich hab es die letzten Monate stark zurück geschraubt, in dem ich z.B keine Getränke mehr bestelle, aber hin und wieder gibt es Tage, an denen könnt ich mir nen Liter auf Ex geben. Dass, das auch mit Gelüsten bedingt durch die Hormone zu tun hat, ist keine Frage. Aber da stellte ich z.B krasse Unterschiede fest. Coca-Cola ist in „geringen Maßen“ über „längere Zeit“ okay. Fritz-Kola geht am besten, vor allem die ohne Zucker. Was sich sofort bemerkbar macht, ist Mio Cola. Die schlägt mir sofort auf den Magen-Darm-Trakt.

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Erdbeeren sind auch ein gutes Beispiel: Kann ich theoretisch ungesüßt eine Packung von essen, in dem Moment, wo extra Süße dran kommt, wird es schnell kritisch.

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Ich lerne meine Grenzen kennen und esse aktuell auch an sich viel weniger. Zudem probiere ich viel mehr Neues aus. Ich hab ja vor Jahren schon die Alpro-Choco-Soyamilch als Ersatz für Kakao gefunden. Soya/Hafer/Mandelmilch an sich konnt mich aber im Kaffee z.B nie überzeugen. Aber es gibt ja noch mehr als Kaffee, wo man Milch braucht. Wieso nicht da mal ausprobieren? Also hab ich jetzt bei Real ein Paket bestellt, um es einfach mal zu testen. Vielleicht wird es ja doch eine Alternative.

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Großer Punkt, den ich feststelle: Das Verlangen nach Süßigkeiten hat sich geändert. Ich hab viel Verlangen nach Süßem, was ich aktuell eigentlich immer mit dem Soya-Kakao ausgleiche. Aber nach „normalen“ Süßigkeiten gelüstet es mir gerade fast gar nicht. Zartbitterschoki ist eine Ausnahme und da esse ich dann aber auch absolut in Maßen, weil sie eben schnell, „genug ist“, vom Geschmack her. Kein bescheuertes: „ich fress eine Packung in fünf Minuten“, mehr.

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Es ist eine Wohltat, wenn man auch außerhalb von zuhause essen kann, ohne sich zu fragen, wie der Körper drauf reagiert, weil man einfach langsam ein Gefühl für Lebensmittel bekommt.

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Das einzige, was bleibt: Stress verschlimmert es! Wenn ich richtig gestresst bin, reagiere ich schneller auf die Dinge, als wenn alles tutti ist. An dem Punkt arbeite ich noch. 😉

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Ich bin froh wieder einmal auf mich und mein Bauchgefühl gehört zu haben. Hätte ich vier Wochen auf sämtliche Fructose verzichtet, wie mir die gesamte Welt erzählen wollte, so wäre ich ich an den Rande des Wahnsinns gekommen, weil ich mir alles hätte verbieten müssen.

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Ich habe mir nichts verboten, im Gegenteil habe ich sogar in Kauf genommen, Probleme zu haben, weil ich gerade Bock auf die eine Sache hatte. Was hätte es mir gebracht, sie mir zu verbieten und vorzuenthalten? Ich hätte Stunden oder Tage später dann zugeschlagen und das verbotene in noch größeren Mengen konsumiert. Dann wären die Probleme mutmaßlich auch noch viel schlimmer gewesen.

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Es ist noch ein langer Weg, dass alles auch zu verinnerlichen… aber der Anfang ist gemacht und das Gefühl für die Fructoseintoleranz, gepaart mit meiner Essstörung, entwickelt sich immer mehr zum positiven.

Ich freue mich auf meine Op… ein Satz, den man selten mit Begeisterung sagt!

Mittlerweile sind es 4 1/2 Wochen, seit dem ich notfallmäßig ins Krankenhaus bin, weil ich vor Schmerzen nicht mehr stehen oder gehen konnte. Etwa 3 1/2 Wochen ist es her, dass ich entlassen wurde.

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Mit Magen- und Darmspiegelung, die ohne Befund waren. Mit auffälligen Schilddrüsenwerten, für die mir schon Hashimoto und ähnliches prophezeit wurden. Mit einer Fructoseintoleranz und einer möglichen Lactoseintoleranz.

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Es sind 2 1/2 Wochen vergangen, seitdem die Schmerzen plötzlich wieder da waren. Diesmal aber pünktlich auf den Tag, mit meiner Periode. Sechs Tage später war ich bei meiner Ärztin.

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1 1/2 Wochen ist es her, dass sie den Verdacht der Endometriose ausgesprochen hat, mir zwei Zysten an beiden Eierstöcken zeigen konnte und mir direkt eine Einweisung für‘s Krankenhaus gegeben hat, mit den Worten: „Kümmern sie sich bald drum. Mehr als zwei Zyklen sollten sie das nicht mehr abwarten.“

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Seitdem frage ich mich, wie ich überhaupt noch warten soll. Warten auf das Vorgespräch, das in einer Woche ist. Warten auf die Op, die danach ansteht. Warten auf die klare Diagnose. Warten auf die Antworten, ob alle bisherigen Symptome der letzten über 10 Jahre wirklich davon stammen.

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Statistik to Go:

Es gibt keine 100% Statistiken, weil die Erkrankung immer noch nicht ausreichend erforscht ist und immer noch zu selten richtig diagnostiziert wird… aber man sagt, dass eine betroffene Frau, die Schmerzen hat, etwa 10 Jahre auf die richtige Diagnose wartet. Frauen ohne Schmerzen, aber mit unerfüllten Kinderwunsch, durchschnittlich 4 Jahre.

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Seitdem ich meinen ersten Zyklus hatte, hätte ich jeden Monat sterben wollen. Das ist etwa seit 14 Jahre jetzt der Standard. Früher enorme Fehlzeiten in der Schule, mittlerweile hochgradig Schmerzmittel „abhängig“, damit ich mit Kreislaufproblemen, Unwohlsein und „leichten bis mäßigen Schmerzen“ noch meiner Arbeit nachkommen kann.

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In all den Jahren drei Ärztinnen gesehen, alle damit konfrontiert, immer hieß es: Ist nichts, ist vollkommen normal, manche Frauen haben halt was mehr Schmerzen. Kleiner Tipp: Wenn man im Bett sitzt und irgendwann wieder zu sich kommt, weil man vor Schmerzen nen Kreislaufzusammenbruch hatte, ist das gar nicht so normal.

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Einmal für wenige Monate die Pille ausprobiert, weil das ja „ach so ein Wundermittel ist“ und entschieden: Find ich richtig kacke mir Hormone rein zuballern, die mir nichts bringen und zu denen ich mich selbst nötigen muss, sie jeden Tag zu schlucken. Hatte übrigens damals keinerlei Änderung, geschweige denn Besserung gebracht. 😉

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Mich ärgert es, dass es jetzt erst zu einem Notfall werden musste, damit die ganze Geschichte ihren Weg geht und Lösungen erarbeitet werden. Ich kann ja sogar noch froh sein, dass es beim ersten Mal nicht schon geplatzte Zysten waren, oder mich das zweite Mal zur Not-Op gebracht hat, sondern alles so einen „ruhigen Notfall-Verlauf“ nimmt.

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Und noch viel mehr ärgert es mich, dass ich jeden verdammten Tag mit Schmerzen wach werde, herumlaufe oder zu Bett gehe. Wobei letzteres meist der Fall ist, weil man sich tagsüber von Schmerzen ablenken kann. Von mir aus, könnten sie mich jetzt auseinander nehmen und gut ist.

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Ich freu mich auf die Op. Komisch das zu sagen, aber ich freu mich drauf, weil ich weiß, es wird zumindest eine zeitweise Linderung bringen.

Ob es langfristig was bringt… who knows?

Es braucht Stärke, damit man um Hilfe bitten kann.

TW: Psychische Erkrankungen, Suizide und Social Media.

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Auf der Rückfahrt von Hamburg hab ich den Podcast „Zweitomate“ von Sturmwaffel und Fishcop angemacht und bin am Ende nochmal richtig ins Grübeln gekommen, was thematisch aber so gut zu den letzten Posts und Blogeinträgen passt.

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Freddie hat was sehr wichtiges gesagt: Über psychische Probleme reden, hat nichts mit Schwäche zu tun, sondern mit dem genauen Gegenteil – Es braucht unheimlich viel Stärke, wenn man drüber redet, dass es einem nicht gut geht!

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Ich kann zu 100.000% zustimmen! Es bedeutet unfassbare Stärke, wenn man sich seinen Problemen stellt und diese offen kund tut.

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Als ich vor sechs Jahren, mit gerade einmal 20 Jahren, mein absolutes Tief hatte (zu dem Zeitpunkt war ich bereits 7 Jahre erkrankt, aber bis dato eigentlich nur leicht und vor allem nicht richtig diagnostiziert) habe ich anonym auf Instagram und YouTube darüber gesprochen, später dann habe ich mein Gesicht dazu gezeigt. Vieles von damals existiert nicht mehr, oder ist auf Privat gestellt, aber in dem Moment half es, die Gedanken los zu werden.

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Mir folgen hier bei Instagram Arbeitskollegen, Freunde und auch die früheren Auftragsgeber haben das Profil schon gefunden. Oft genug wurde z.B im Job darüber getratscht, was ich poste. Neulich erst schrieb mir eine „Kundin“, dass die das Profil gefunden hat und mitliest. Aber auch Bekannte und ehemalige Wegbegleiter haben sich all die Jahre immer wieder untereinander ausgetauscht darüber.

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Ja, einerseits kotzt es mich an, wie viele Menschen über mich und mein Leben „tratschen“. Zum anderen ist es wahnsinnig strange, wenn man mitbekommt, dass der neue Kollege schon viel über mich weiß, bevor wir uns persönlich kennengelernt haben, weil er in meinem Account mitliest.

Und ja, es gab die Momente, wo ich dachte: Och nö… wieso musst du mich auf meine Posts ansprechen und warum auch noch ausgerechnet jetzt?!

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Aber trotzdem habe ich eines, all die Jahre gemerkt: Den Rückhalt, den man erfährt und die Rücksicht von Menschen, die ernst gemeint hinterfragen, wie es mir geht… das wäre niemals so gekommen, hätte ich nicht offen drüber geredet.

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Es gibt Menschen, die finden über Hashtags und Verlinkungen auf mein Profil und schicken mir die herzlichsten Nachrichten und Kommentare. Menschen, die ich nicht kenne. Menschen, mit denen ich mal gearbeitet habe. Manchmal Menschen, die ich seit Jahren nicht gesehen habe. Und manchmal Menschen, die mir schon ewig folgen und mir nach all den Jahren sagen, wie schön sie es finden, dass ich immer noch lebe, immer noch kämpfe und mittlerweile wieder lächeln kann!

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Aber nebst dem, was die Menschen, die ich nur via Social Media kenne, an Reaktion zeigen, kommt auch aus dem nächsten Umfeld eine Antwort.

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Wie oft saß ich meiner besten Freundin gegenüber, die nun über 10 Jahre an meiner Seite ist und wusste nicht, wie ich ihr erklären soll, was in meinem Kopf vor sich geht. Erst gestern Morgen im Auto, auf dem Weg nach Hamburg, wusste ich nicht, wie ich ihr erklären soll, dass ich gerade überfordert mit Gedanken und Emotionen bin und diese gerne rausgelassen hätte, aber nicht wusste wie.

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Am Abend, als sie noch unterwegs war und mein Kopf zur Ruhe kam, konnte ich es in Worte fassen. Ich habe es in Form eines Blog-Eintrags gepostet. Ich weiß, dass sie es gelesen hat, oder lesen wird. Ich weiß, dass sie mich nicht aktiv drauf ansprechen wird, wenn ich nicht selbst was dazu sage… aber ich weiß, dass sie was daraus mitnimmt. Das sie liest, dass ich in dem einen Moment nicht wusste wohin mit mir, nicht wusste wie ich es rauslassen soll und ich für die Zukunft in solchen Situationen einen Plan brauche. Sie wird beim nächsten Mal wissen, was mir durch den Kopf geht. Sie wird wissen, dass ich überfordert bin. Sie wird sich überlegen, wie sie reagieren kann, oder viel mehr, wie sie mir helfen könnte.

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Über die Jahre habe ich gelernt, mit ihr auch persönlich über sowas zu reden und glaubt mir: Wenn jemand ein Gefühl für mich und meine Emotionen, Gedanken und Probleme hat, dann sie. Es gibt Tage, an denen ich mir denke, dass ich neben ihr eine Panikattacke sondergleichen haben könnte… und ich wüsste in dem Moment trotzdem, dass ich sicher wäre. Da wäre jemand, der mich da durch begleitet, dort rausholt und die grausame Welt von mir abschirmt, damit ich in Ruhe, zur Ruhe kommen kann.

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Es gab schon mal Idioten, die sich über mich und meine Art negativ geäußert haben. Die nicht damit umgehen konnte, dass ich offen über mich, mein Leben, meine Sorgen, Ängste, Nöte, aber auch über die Freuden reden konnte.

Es gab Idioten, die meinten darüber herziehen zu dürfen… aber wisst ihr was? Auf jeden Idioten, der was negatives über mich gesagt hat, kamen 10 Leute, die hinter mir stehen, mich verstehen, oder zumindest Verständnis für mich haben und die mich unterstützen, so wie es in ihrer Macht liegt, oder so, wie sie glauben, dass es Sinn machen würde.

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Psychische Erkrankungen sind kein Tabuthema und dürfen auch nie wieder zu einem werden! Da draußen sind so viele Menschen, die von uns, denen, die ihre Gedanken und Gefühle in Worte fassen können, lernen können. Die lesen können, wie wir damit umgehen. Wie wir den Kampf überleben. Wie wir uns selbst ein Lächeln zurück erkämpft haben. Das in unserem Gehirn zwar gewisse Dinge nicht „normal“ funktionieren und uns damit vor große Hürden stellen, wir dadurch aber nicht komisch oder bescheuert sind und deswegen auch nicht an den Rand der Gesellschaft gehören.

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Im Gegenteil: Wir gehören mitten hinein! Zwischen all die, die „normal“ ticken, um aufzuklären. Aber vor allem zwischen all die, die „vermeintlich normal ticken“ um zu zeigen: Es ist okay anders zu ticken und es ist okay, wenn man nicht der Norm entspricht. Damit eben genau diese Menschen sich anschauen können, wie man diesen Kampf lange kämpfen kann und am Ende sogar vielleicht auch gewinnen kann!

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Haltet durch! Gebt nicht auf zu kämpfen! Und redet… nur so kann euch geholfen werden!

Und wer niemanden im persönlichen Umfeld zum reden hat:

https://www.telefonseelsorge.de/

Per Telefon 0800 / 111 0 111 , 0800 / 111 0 222 oder 116 123

Per Mail und Chat unter online.telefonseelsorge.de

Ptbs, Essstörung und soziale Kontakte an einem Tag, unter einen Hut – Nichts leichter als das!

TW: Angststörung, Ptbs, Essstörungen und soziale Kontakte

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Oh, what a day…

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Das war einer dieser Tage von denen ich ganz klar sage: Krasssssss fordernd und anstrengend für mein Hirn und meine Psyche, aber auch echt gut gewesen! 🙂

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Es war ein Auf und Ab, wie so oft die letzten Wochen. Heute nur mit dem Unterschied, dass ich wieder gemerkt habe, dass ich diese ganze Krise besser durchstanden habe, als ich dachte und erwartet habe.

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Der Tag fing unausgeschlafen an, mit zwei Mädels, die ich zwar sehr liebe (wirklich seeeeeehr liebe), die aber morgens um 8h echt überdreht waren, wenn man mich fragt und umso länger man die auf einem Haufen lässt, umso „schlimmer“ werden die zwei.

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Dann geisterte die Fahrt über ständig der eine Gedanke durch das Auto, und/oder meinen Kopf, der mich ja auch grinsen ließ, aber gleichzeitig in den Wahnsinn trieb. An der Stelle merkte ich wieder mal, dass ich eine Ausgleichshandlung für Spannungssituationen brauche. Zuhause wäre ich auf und ab gelaufen, oder hätte mich halt mit „Mist“ berieseln lassen, um nicht weiter nachzudenken. Im Auto;m, auf engem Raum mit anderen Leuten, hab ich das Gefühl den Druck nicht los zu werden und möchte meist dann einfach schreien und mit den Fäusten trommeln. Muss ich mir mal eine Alternative überlegen.

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Angekommen wurde es etwas anstrengend. Zwei Mädels mit „einem Plan“ und ich, mit einem Unterleib, der halt gerade nicht gesund ist und nach Aufmerksamkeit schreit. Die größte Angst von da an: Bitte nicht wieder die Schmerzen, die mich neulich ins Krankenhaus gebracht haben. Bitte nicht. Sie kamen nicht so extrem, aber zwischendurch war es schon anstrengend, sozialen Interaktionen zu folgen und mit Schmerzen klar zu kommen.

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Dann folgte Entspannung. Einmal im Jahr sehe ich eine wunderbare Freundin, die ich Dezember 2009 das erste Mal gesehen habe… seitdem ist eine Freundschaft geblieben, trotz anhaltender Distanz und unterschiedlicher Leben. Aber jedes Jahr auf‘s neue freue ich mich, sie wiederzusehen. 🙂

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Nachdem ich sie verabschiedet habe, haben wir uns mit zwei anderen wunderbaren Menschen zum Essen gehen verabredet und wer mir eine Weile folgt, weiß, dass Essen gehen echt eine Sache für sich ist. Kann gut gehen, muss es aber nicht. Mit der Blutsverwandtschaft ist es schon in suizidalen Tendenzen geendet, mit Freunden hab ich über die Jahre eine gewisse Routine und ein „gutes Ertragen“ erreicht.

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So war es aber auch heute einer der Tage, an denen mich das ganze im Restaurant warten; auf Menschen einstellen, die ich zwar mag, aber kaum/gar nicht kenne; essen; und dann noch Corona-Umstände und Fußball gleichzeitig ertragen, echt forderte. Ich brauchte nicht in die Karte schauen um zu wissen, was ich esse, weil mich Alternativen nur noch mehr gestresst hätten. Ich war es auch, die vor ein paar Tagen äußerte, dass ich zwar Burger mag und auch zur Not mit in einen Burgerladen gehen würde, mich der Gedanke an Burger in Gegenwart anderer, aber doch seeeeeehr stresst.

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Ich mag die beiden, die hinzugekommen sind, sehr und es war echt gut mit den beiden essen zu gehen… aber als das Fußballspiel immer lauter und präsenter wurde und immer mehr Leute in den Laden kamen und um uns herum Trubel entstand, wurde es für mich immer schwieriger noch geistig anwesend zu bleiben. Ich bin mittlerweile an dem Punkt, wo ich mich frage, ob das eigentlich in der Definition schon dissoziieren ist?!

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Und fragt mich nicht wieso, aber es war ein gutes Gefühl, dass mal jemand, mit dem ich nicht alltäglich zu tun habe, gefragt hat, wie es eigentlich so geht und wie ich zurecht komme… nicht, dass meine beste Freundin das nicht auch ständig „abfragt“, aber wenn das Außenstehende tun, die ein wenig aus meinem Leben und meiner Gefühlswelt mitbekommen, ist das nochmal was anderes und bringt so Gedanken wie: „Krass, es gibt Menschen, die das wirklich interessiert wie es mir geht.“

Schwierig das genaue Gefühl zu erklären, aber danke dir für den Moment des gut Fühlens, in der stressigen Situation. 😉

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Für mich war dann der perfekte Ausklang, wie wir alle noch was trinken gegangen sind. Keiner hat von mir erwartet, dass ich noch voll anwesend bin und von mir aus die Konversation suche, aber man hat mich trotzdem immer wieder versucht mit in die Runde zu bringen und nicht außen vor zu lassen… und ich wusste: Keiner aus unserer Runde, hätte mich für irgendwas verurteilt.

Und irgendwie kamen dann doch noch eins, zwei „wache“ Momente zu Stande, die für ein Lächeln gesorgt haben.

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Ich bin tot müde und zwar nicht, weil ich wenig Schlaf hatte, oder mich körperlich verausgabt hätte, sondern weil mein Kopf heute viel zu verarbeiten hatte. Viele kleine und große Eindrücke, Emotionen und Probleme, die verarbeitet werden wollen, strengen den Kopf an und das hat zur Folge, dass ich am liebsten in der Bar eingeschlafen wäre.

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Während die beiden anderen noch Hamburg unsicher machen, liege ich im Bett, schreibe meine Gedanken nieder um den Kopf frei zu bekommen und werde mich jetzt versuchen ins Land der Träume zu befördern, bevor der Wecker um 7.30h klingelt.

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Danke an die, die den Tag so gut gemacht haben, obwohl er so anstrengend war… und die mir zu keinem Zeitpunkt das Gefühl gegeben haben, dass ich unerwünscht sei, oder stören würde. Ein Schritt mehr, die Dämonen der Vergangenheit zu bezwingen, ist geschafft! Einmal mehr habe ich „essen gehen“ überlebt. Einmal mehr viele Konversationen überstanden. Einmal mehr das Zusammensein mit anderen Menschen, gern erlebt. 🙂

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Und falls ich zwischendurch mal geistig nicht anwesend war: Sorry. Irgendwann beherrsche ich das auch noch, alles andere auszublenden und bei der Sache zu bleiben. 😉

Meine Gravity-Gewichtsdecke

Ich besitze nun seit drei Wochen diese Gewichtsdecke und bin so langsam bereit, ein Fazit ziehen zu können. Wozu man klar sagen muss: Ich besitze sie seit drei Wochen, habe sie aber nur zwei Wochen genutzt, weil ich sie im Krankenhaus nicht mit hatte.

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Im Großen und Ganzen kann ich sagen: Die Decke bleibt und geht nicht an den Verkäufer zurück. Man darf die Decke einen Monat testen und kann sie dann zurückschicken und erhält sein Geld zurück. Die Decke wird dann an einen wohltätigen Zweck gespendet. In meinem Fall bleibt sie bei mir.

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Die ersten Tage hatte ich Muskelkater. Keinen schlimmen, aber so einen leichten in den Armen und Beinen. Zu Beginn habe ich definitiv besser mit der Decke geschlafen, als mit einer normalen Decke. Ich würde sagen, vor allem das einschlafen fiel wesentlich leichter. Man fühlt sich irgendwie ein wenig umarmt, könnte man sagen.

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Dann kam der Break auf Grund des Krankenhausaufenthalt, weshalb ich eine Woche lang wieder eine normale Bettdecke hatte. Ich möchte keinen Vergleich ziehen, da ich in Krankenhaus eh einen ganz anderen Schlafrhythmus hatte und viele von den Angstfaktoren, die ich zuhause beim einschlafen habe, dort nicht vorhanden waren.

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Ich habe mich danach aber gefreut wieder unter meiner Gewichtsdecke schlafen zu können. Das klappte nun auch ein paar Tage gut, ich hatte auch das Gefühl, dass Albträume besser auszuhalten waren, vor allem wenn es uns wieder einschlafen ging.

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Allerdings musste ich feststellen, dass die Decke nichts ist, wenn man sich gesundheitlich nicht gut fühlt. Durch meine Schmerzen, die zurück gekommen sind, habe ich mich viel umher gewälzt und die Decke fühlte sich plötzlich tausendfach schwerer an und war nur noch unangenehm. Seit zwei Tagen schlafe ich also mit einer sehr dünnen Decke, statt meiner Gewichtsdecke, wobei ich diese am Fußende liegen lasse. Zum einen als „Barriere“ um mich sicherer zu fühlen und zum anderen um meine Füße darunter zu vergraben. Fühlt sich besser an, als die Füße nur unter der dünnen Decke zu haben.

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Gerade vor dem Hintergrund, dass ich gerade sehr viel mit starken Bauchschmerzen zu kämpfen habe und mich grundsätzlich unwohl fühle, kann ich die Decke in solchen Fällen nicht empfehlen. Wer unter sowas öfter leidet und dann noch 10% zusätzliches Gewicht auf sich liegen haben soll, wird wahrscheinlich nicht glücklich damit.

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Für die Zeiten, in denen es mir gesundheitlich gut geht, ich aber Probleme mit dem ein- oder durchschlafen habe, kann ich die Decke sehr wohl empfehlen. Auf mich hatte sie stets eine beruhigende Wirkung und ein paar „negative“ Verhaltensweisen sind tatsächlich auch stark zurück gegangen.

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Unter leichten Bettdecken fange ich ganz oft an, hektisch mit den Fuß zu wibbeln, also ihn in schnellen, kleinen Bewegungen von links nach rechts zu bewegen. Ebenso, wenn ich auf dem Sofa sitze. Außerdem neige ich zu „Jactatio corporis“, dem vor und zurück, oder seitlichem wippen mit dem ganzen Körper. Meist aus Stress oder Langeweile heraus, um meinem Körper eine Art Stimulation für‘s Hirn zu bieten.

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Ich hab den Versuch gemacht und siehe da: Wenn ich mir die Decke tagsüber auch auf‘s Sofa hole, lassen diese Verhaltensweisen deutlich nach oder lassen sich schneller unterbinden, ohne dass ich mich schlecht fühle. Im Bett gilt natürlich das Gleiche. Zappelige Verhaltensweisen werden minimiert, so wälzte ich mich mit der Decke nicht mehr stundenlang in den Schlaf, sondern drehe mich vielleicht drei, vier mal, bis ich meist auf dem Rücken einschlafe.

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Einen Faktor mag ich nicht unerwähnt lassen: Ich glaube, die Decke reguliert die Temperatur besser, als jede andere Decke. Ich war bisher immer eine absolute Nachtschwitzerin, konnte aber nie einschlafen, ohne nicht von Kopf bis Fuß bedeckt zu sein. Im Sommer habe ich oft nur mit Bettbezug geschlafen, weil mir alles andere zu warm war, allerdings konnte ich dafür auch wesentlich schlechter einschlafen.

Mit der Gewichtsdecke ist es mir nicht einmal passiert, dass ich stark geschwitzt, oder gefroren habe. Im Gegenteil: Gerade bei längerem wachliegen unter der Decke wurde mir nie zu heiß, oder zu kalt, sondern es war immer eine angenehme Temperatur zu spüren.

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Die Decke darf nicht als Wundermittel gesehen werden, im Gegenteil. Wenn man Glück hat, kann sie einen unterstützen um zur Ruhe zu kommen, wenn man Pech hat tritt aber auch der gegenteilige Effekt ein, wie z.B. bei mir, wenn ich mich physisch unwohl fühle.

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Ich persönlich werde meine Decke behalten und schauen, wie sich das ganze weiter entwickelt. Aus dem aktuellen Gefühl heraus, werde ich mich vermutlich freuen, wenn ich sie demnächst wieder nutzen kann, vielleicht werde ich aber auch in Zukunft immer mal wieder eine Pause von meiner Gewichtsdecke nehmen, um den Effekt nicht komplett zu verlieren.

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Für mich hat sie definitiv eine Besserung gebracht, allerdings würde ich jedem empfehlen ein paar Euro mehr in die Hand zu nehmen, um die Decke im Zweifel erstattet zu bekommen, wenn man sie nicht mag, oder sie für einen selbst keine Besserung bringt.

Hello again, liebe Schmerzen.

Here we go again. Selber Schmerz, selbe Intensität, nur diesmal ohne Krankenhausaufenthalt.
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Ich behaupte ja, da durch, dass ich den Schmerz schon kenne, bin ich diesmal entspannter. Letztes Mal ging ja gar nichts mehr und am Ende bin ich mit den gleichen Schmerzen, vollkommen fertig, in die Notaufnahme.
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Gestern Nachmittag habe ich gemerkt, dass der Schmerz zurückkommt, nur nicht so stark. Aber ansonsten sprach alles für den genau gleichen Schmerz wie vor zwei Wochen.
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Eigentlich war heute morgen der Plan zum Arzt zu fahren, weil ich einen Verdacht habe, womit es zusammenhängt. Der Verdacht kam mir im Krankenhaus vor zwei Wochen leider gar nicht, weil es neben meinen, bis dahin ungeklärten, Lebensmittelunverträglichkeiten keinerlei Anhaltspunkte gab.
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Heute morgen konnt ich wieder nicht aufstehen. Die Schmerzen ziehen den gesamten Bauchraum so zusammen, dass ein gerades stehen, oder gehen, nicht möglich ist.
Im Liegen, mit angewinkelten Beinen, ist es ohne Schmerzmittel aushaltbar… da aber nur liegen einfach sau müde macht, hab ich den gesamten Tag gepennt. Schmerzen bleiben unverändert. Aufstehen wird auf die nötigsten Male beschränkt.
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Da ich aktuell meinen Schlaf tracke um mal einen Überblick über meine Albträume zu bekommen, hab ich auch heute brav alles an Schlaf eingetragen. Fazit: Ein Tag zum in die Tonne kloppen!
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Aktueller Plan: Hoffen, dass ich das Wochenende überlebe und Montag weniger Schmerzen habe und dann zum Arzt kann.
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Fazit meinerseits: Der Krankenhausaufenthalt vor 1 1/2 Wochen hat einen Teil meiner Symptome geklärt, aber leider scheinbar nicht den wirklichen Grund für meine Schmerzen gebracht.
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Man sagt doch immer, man wird nur krank, wenn man Zeit dafür hat. Seit Jahren schleppe ich diverse Symptome mit mir, seit Jahren blieb es bei kurzen Stippvisiten beim Arzt und den Aussagen: Da ist nichts.
Tja… Ich hatte in den letzten fünf Jahren meiner Selbstständigkeit, noch nie so viel Zeit wie jetzt.
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Schmerzen – Marie: 2:1
Die Revanche kommt!
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Ein Assistenzhund für Marie

Hallo ihr lieben!

Ich würde euch bitten, einmal auf den folgenden Link zu klicken und euch dort meinen Spendenaufruf durchzulesen.

https://www.betterplace.me/ein-assistenzhund-fuer-marie

Nach langer Überlegung habe ich mich dazu durchgerungen, eine Spendenseite ins Leben zu rufen, um mir den Wunsch vom Assistenzhund erfüllen zu können.

Ihr würdet mir schon helfen, wenn ihr die Seite teilt.

Vielen Dank! 🙂

Mein Glaube an die Ärzte und wie ich ihn ab und an, wieder zusammenflicken muss

„Fehlender Optimismus ist auch ein Zeichen dafür.“ – Zitat: Meine Mutter
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Ich sollte in Zukunft wirklich das Handy irgendwo anders in die Wohnung legen, wenn ich baden gehe, aber so ohne jede Beschallung liege ich keine 10 Minuten in der Badewanne. Also hab ich heute z.B. Ludovico Einaudi angemacht und es nebenbei laufen lassen…. tja, leider hat mich vorher ein Gedanke nicht los gelassen.
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So saß ich also nun in meiner 42,5°c heißen Badewanne, auf den Wannenrand gelehnt, mit Zetteln in der Hand und studierte meine Blutergebnisse von 2010, 2014, 2019 und den Frischen von 2020.
Da durchzublicken ist ein wenig Hexenwerk, weil es jeder anders auflistet, und Werte mal drauf sind, dann wieder nicht, aber immerhin sind sie immer so nett und schreiben Normwerte dazu. Manchmal kennzeichnen sie sogar, welcher Wert, wie nicht in die Norm passt, ob er zum Beispiel zu hoch, oder zu niedrig ist.
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Relativ schnell steht für mich fest: Da sind vier, fünf Werte, die sind seit zehn Jahren (möglicherweise länger, aber das lässt sich nicht mehr nachvollziehen), konstant aus der Norm. Wir reden von Stellen nach dem Kommata und da von wenigen Punkten, aber sie sind außerhalb der Norm. Immer schon und auch immer sehr ähnlich. Dazu gesagt hat mir bisher nicht ein Arzt etwas. Das einzige, was immer kommentiert wurde, war der Eisenwert, der nicht passte. Der war immer schon zu niedrig. Ich hab als Kind deswegen ja auch schon Eisenpräperate genommen. Kurze Zeit, weil ich es sch*** fand, aber bekannt ist das schon ewig und drei Tage. Alles andere wurde nie kommentiert.
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Bis zu meinem Krankenhausaufenthalt letzte Woche. Da hieß es plötzlich, der TSH-Wert sei auffällig, was auf die Schilddrüse hindeutet. Bedingt durch die Anamnese und die Vorerkrankungen meiner Mutter, bekam ich die Empfehlung, den Wert in sechs Wochen kontrollieren zu lassen. Ist er dann immer noch aus der Norm, könnte die Schilddrüse wohl wirklich betroffen sein.
Den Verdacht hatte der Arzt vor 1 1/2 Jahren auch schon, weshalb auch er die Blutproben bzgl. der Schilddrüse hat testen lassen. Tja, kam damals nichts bei rum. Der Wert war vor 1 1/2 Jahren unauffällig. Dort wiederum hieß es, der Eisenwert ist viel zu sehr aus der Norm. Das wurde diesmal im Krankenhaus nicht kommentiert, obwohl ich nachfragte… und mir wurde gesagt, der sei okay. Ja, mit genau einem Punkt ist er im Normbereich. Einen Punkt weniger und er wäre auch wieder raus aus der Norm gewesen.
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Ich weiß, an der Stelle kann ich den Ärzten nur bedingt Vorwürfe machen. Damals als Kind war ich bei einem anderen Arzt, als ich es dann als „älterer“ Teenager war. Dann kam der Umzug nach Berlin, der nächste Arztwechsel, vom Orthopäden kam die Überweisung zum Rheumatologen, dann zum neuen Hausarzt und dazwischen und danach gab es dann noch drei Klinikaufenthalte und so schaffe ich es auf mindestens zehn Ärzte/Kliniken, die mir in meinem Leben mal Blut gezapft haben. Keiner von denen, hat mal mit seinem Vorgänger gesprochen, oder konnte irgendwo im System nachschauen, was die vorherigen Untersuchungen ergeben haben. Da sind wir leider in Deutschland auf einem schlechten Stand der Dinge. Ärzte müssen sich erst die Unterschrift ihrer Patienten einholen, um vergangene Akten anfordern zu dürfen. Würde man beim Arzt sitzen, er könnte direkt eine einheitliche Krankenakte aufrufen und nachsehen, was die Vorgänger so gesagt haben, würde das vermutlich viele Wege und Umwege ersparen… und vermutlich hätte irgendwer vorher schon mal gesagt, dass die Werte komisch aus der Norm sind und das über lange Zeit. Man hätte vielleicht eher angefangen nachzuforschen woran es liegt.
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Nun ist es wieder an mir, zu meinem letzten Hausarzt zu fahren, ihm alles, was ich an Unterlagen habe, hinzulegen und zu sagen: „Mach was draus, sonst werde ich irre.“
Und dann ist er am Zuge sich seine Zeit um die Ohren zu schlagen, alles durch zugehen und einen Schlachtplan zu erstellen. Ob er das tun wird, bleibt fraglich.
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Ich würde gerne sagen, mein Glaube an die Ärzte ist irgendwie gestorben… dann könnte ich einfach weiter mit meinen Schmerzen und Problemen leben und vermutlich viel zu früh irgendwann tot umfallen, weil ich nie adäquat behandelt wurde. Tatsache ist aber, dass es mich in den Wahnsinn treibt nicht zu wissen, was es nun ist und ich Antworten haben will… auch, wenn ich diese in der Vergangenheit schon so oft gesucht und nie gefunden habe.
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So kam es nun, dass ich, nachdem ich die Blutergebnisse studiert habe, meiner Mutter schrieb. Ich hätte mir denken können, was sie sagt und das ich da nichts mit anfangen kann, aber sie ist an der Schilddrüse erkrankt, also schien es eine gute Idee, sie nochmal auf die Werte anzusprechen. Wir diskutierten schnell darüber, dass ich doch mal testweise Medikamente nehmen müsste, auch wenn es nicht gesichert ist, dass die Schilddrüse kaputt ist. Dafür bräuchte es ja aber einen Arzt, der mir sagt, dass das Sinn macht. Da die Ärzte aber alle Jahrelang gesagt haben, da sei nichts, wird ja keiner sowas mitmachen… und selbst wenn ich in sechs Wochen wieder Blutzapfen lasse, wird der Wert sich ja vermutlich nicht geändert haben, es also weiterhin keinen Anlass geben, wieso man was tun müsste. Wir drehten uns schnell im Kreis, weil ich das Prozedere mit den Ärzten schon kenne, sie es ja aber tausendfach betonen musste, wie das eigentlich laufen sollte. Ja, eigentlich und wirklich, sind zwei verschiedene paar Schuhe. Die passen nicht zusammen. Weder in Form, noch in Farbe, Material oder Größe. Gibt nur entweder oder, aber nicht eigentlich und wirklich in einem Satz. Das macht grammatikalisch keinen Sinn. Nie und zu keiner Zeit.
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So kam also irgendwann die Aussage meiner Mutter: „Wenn man immer in der Unterfunktion ist, ist das Leben immer anstrengend.“
Meine Antwort: „Was weiß ich, ob das Leben anstrengend ist. Ich kenn es nicht anders als so.“
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Womit ich meines Erachtens nach, auch Recht habe. Wenn wir annehmen, dass meine Schilddrüse wirklich schon seit Jahren kaputt ist, woher soll ich das wissen, bzw wie soll ich das merken, wenn es mir keiner sagt?
Ich bin psychisch erkrankt und ja, ich weiß, psychische Probleme können auch daher kommen, bei mir sind sie aber vor allem auf traumatischen Erlebnissen basierend und wir reden nicht von „einer kleinen Depression“, sondern schweren Störungen der Psyche, wie z.B einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung des Borderline-Typs. Die kommt nicht nur von einer kaputten Schilddrüse. Einem Hirntumor würde ich sowas zutrauen, aber den beschwören wir besser nicht noch hervor.
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Für mich war es immer ein Kampf aufzustehen, Dinge zu erledigen, mit dem Leben klar zu kommen. Solange ich denken kann. Und solange ich mich zurück erinnere, kam das immer in Verbindung mit psychischen Problemen einher. Woher soll ich nun wissen, dass es auch noch eine andere Seite an mir geben könnte. Die, die den ganzen Tag machen und tun kann und kaum aus der Puste kommt. Die nicht nach drei Stunden sozialen Kontakten schon todmüde sein kann.
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Die es aber auch lang genug geschafft hat, ein enormes Arbeitspensum zu fahren. 2018 und 2019 habe ich teilweise 9 Wochen am Stück gearbeitet, ohne freien Tag. Mit Zirkuszeltaufbau-Tagen; etlichen Kilometern durch‘s Schulgebäude rennen; tausende Kilometern und Stunden auf der Autobahn und den ganzen Tag sozialen Interaktionen. Morgens mit Kunden, nachmittags und abends mit Kollegen. Da war ich auch mal müde, hab aber, nebst den durchschnittlichen 8 Stunden Arbeit + außer Haus leben, teilweise 20 Stunden Arbeitstage durchgezogen, ohne dass es mich den Tag drauf umgehauen hat.
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Ich weiß nicht, ob mein eigentliches normal, nicht viel energetischer wäre. Hab ich ja nie austesten können, bzw finde ich es unmöglich mein Teenager-Leben mit meinem heutigen zu vergleichen.
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„Fehlender Optimismus ist auch ein Zeichen dafür“
Die Antwort meiner Mutter darauf. Was soll ich dazu sagen? Herzlichen Dank für nichts? Wo zum Geier hab ich denn jetzt gesagt, dass ich kein Interesse am Leben habe, mir alle Perspektiven fehlen, ich keine Zukunft für mich sehe und allen Optimismus aufgegeben habe? Kleiner Tipp: Ich hab gestern Nacht wieder zwei Bewerbungen weggeschickt, obwohl ich immer noch nicht wieder zu Kräften gekommen bin, seitdem Krankenhausaufenthalt. Wenn ich „ach so ohne Optimismus“ sei, hätte ich das mit Garantie nicht getan.
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Zwischen extrem genervt sein, weil man sich über ein Jahrzehnt mit seiner Gesundheit herum plagen muss und einem keiner sagt, was es ist, und keinen Optimismus haben, liegen Welten. Viele Welten.
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Und während ich mich ärgere, dass wieder einmal alles auf der Stelle tritt und sich scheinbar nichts ändert, weiß ich trotzdem, dass ich einen Termin bei meinem letzten Hausarzt machen muss. Ich muss hin, ihn wieder drauf ansprechen, diesmal auch mit dem Krankenhausaufenthalt konfrontieren und wieder einmal mehr auf die Nerven gehen, dass ich Antworten brauche. Irgendwann, ob nächsten Monat, nächstes Jahr oder in einem Jahrzehnt, wird es Antworten für mich geben. Da bin ich sicher.
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Und bis dahin verliere ich ab und zu meinen Glauben an die Ärzte, um ihn Minuten später, mühsam wieder aufzusammeln und wieder zusammen zu puzzlen.