Über Mich

Ich heiße Marie, bin 1994 im Ruhrgebiet geboren und dort auch aufgewachsen. Wer einen ausführlichen Lebenslauf von mir haben möchte, kann sich das folgende Video auf YouTube anschauen, wo ich alles ausführlicher erzählt habe. Für die, die sich das ganze lieber kurz gefasst durchlesen wollen, folgt unter dem Video eine Zusammenfassung.

Wie ich schon sagte, bin ich 1994 im Ruhrgebiet geboren und groß geworden. Die ersten Jahre waren, abgesehen von tagtäglichen Streitigkeiten mit meinem Bruder, unspektakulär. In der siebten Klasse wurde ich dann plötzlich gemobbt. Nach einem Schulwechsel und anfänglichem, guten Neustart, musste ich dann erneut Mobbing über mich ergehen lassen. Die Folgen, die sich binnen von einem Jahr entwickelten:
Ein gestörtes Essverhalten, Depressionen, selbst verletzendes Verhalten, sozialer Rückzug und Suizidgedanken.

2010 bin ich auf meinen Willen hin in eine KJP gekommen. Kinder- und Jugendpsychiatrie für die Unwissenden unter uns. Nach 9 Wochen Aufenthalt kam die Entlassung mit einer Empfehlung in die Tagesklinik zu gehen und der Aussage, ich wäre undiagnostiziert geblieben. Nach der Klinik kam der große Fall und etwa ein Jahr lang ging es mir schlechter, als vor der Klinik. Therapien bekam ich keine, die Schule habe ich abgebrochen und Freunde habe ich fast alle von mir gestoßen.

Über die Jahre habe ich mich zurück ins Leben gekämpft und 2013 ging es mir wieder so gut, dass ich ein Praktikum beim Zirkus gewagt habe. Mein Traumjob war gefunden.
März 2014 bin ich mit meiner besten Freundin nach Berlin gezogen. Bei meinem Umzug bin ich auf Unterlagen der KJP gestoßen und habe nach vier Jahren festgestellt: Ich habe Diagnosen gestellt bekommen, obwohl man mir etwas anderes erzählt hatte. Neben meinem Zirkusleben, habe ich versucht meinen Schulabschluss nachzuholen.
Das ging nach ein paar Wochen mächtig nach hinten los, als ein Lehrer sich abfällig über mich geäußert hat. Binnen von Sekunden war ich so getriggert, dass ich mich am selben Abend noch, nach vier Jahren wieder selbst verletzt habe.
Es folgten Monate der Depressionen, des Rückzuges, von Essstörungen, Selbstverletzungen, etc. Eine 11-tägige Krisenintervention brachte noch weniger als nichts. Das Ganze gipfelte am 5. November 2014 in meinem ersten Suizidversuch. Es war der gleiche Tag, an dem ich dann mein Leben komplett herum gedreht habe und mich dem ganzen Scheiß entgegen gestellt habe.

Seitdem bin ich zwar clean von selbstverletzendem Verhalten, doch gesund bin ich nicht mehr geworden. Seit mittlerweile 10 Jahren habe ich diverse Diagnosen, bzw Erkrankungsbilder, die seit mittlerweile 2007 mein Leben beeinflussen.
Depressionen, selbstschädigendes Verhalten, Angst- und Panikstörung, Essstörungen, Borderline, … Ich sag immer, es gibt fast nichts, was ich nicht schon mal durchgemacht habe. Bisher fiel mir immer nur auf, dass ich noch nie Stimmen gehört habe. Alles andere, was mir an Symptomen in den Sinn kommt, hab ich schon erlebt. Ich mag nicht klassisch Drogenabhängig gewesen sein, aber auch von Schmerztabletten kann man abhängig werden. Und wenn man Monate in Folge nicht nachts schlafen kann, weil einen die Dunkelheit erdrückt, dann sieht man bei Schlafentzug auch schon mal Schatten durch’s Zimmer huschen. Wer mir ein Symptom liefert, dass ich sonst noch nicht hatte, bekommt bestimmt einen Keks von mir. 😉

Die vergangenen Jahre hatte ich mich und meine Erkrankungen sehr gut im Griff, konnte sogar in einer “Führungsposition” ganze Teams anleiten, oder auch mal 40 Männern erzählen, wie das auf dem Bau eigentlich so läuft und war dabei quasi ausschließlich im pädagogischen Bereich unterwegs. Und in sieben Jahren hat sie nicht einer darüber beschwert, dass ich einen wirklich schlechten Job machen würde. Im Gegenteil: Es kamen oft sehr positive Rückmeldungen von Kunden und Kollegen. Ich kam wirklich gut mit meinem Leben.

Corona hat auch mir meine Lebensgrundlage genommen und ich steh nun, seit mittlerweile 25 Wochen, vor dem nichts. Wie ich aus dieser Krise wieder herausfinden soll, bleibt mir ein Rätsel. Doch zu allem Überfluss, spielte dann plötzlich auch die Gesundheit nicht mehr mit. Binnen von vier Monaten ging es rapide Berg ab, bis nach Monaten endlich die Diagnose feststand: Endometriose.

Auf dem Weg aus der Krise, dem neuen Lebensweg mit der Endometriose und dem anstrengenden Leben mit psychischen Erkrankungen, nehme ich euch ab sofort mit.

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