Tag 11 – Wie geht es mir?

Tag 11 nach der Bauchspiegelung – Wie geht es mir?

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Gut. Wirklich gut, ist wohl meine Antwort auf die Frage. Mit ein paar kleinen Einschränkungen.

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Es könnt wesentlich schlimmer sein, wenn man überlegt, dass das meine Klebstoffallergie, eines von zwei „kleinen“ Symptomen ist. Das ich auf die Pflaster allergisch reagiere und die letzten zwei Tage immer wieder mal Krämpfe hatte, die aber gut zu managen waren.

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Das ist nichts, wenn man sich überlegt, dass ich am 14.09. eine knapp 1 1/2 Stündige Bauch-Op hatte, bei der mir Gewebe an verschiedenen Stellen und Organen entfernt wurde.

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Die Krämpfe tauchen immer recht plötzlich und ohne Ankündigung auf, wo ich bisher auch noch kein Muster feststellen konnte. Leichtes ziehen kenne ich, wenn ich lange gesessen habe und mich dann hinstelle, aber die Krämpfe… ich weiß nicht so recht.

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Wenn ich von Krämpfen spreche, rede ich von einer Nichtigkeit. Es sind Krämpfe, ja… aber nachdem was ich über ein Jahrzent lang als Krämpfe betitelt habe, sind die aktuellen wirklich nichts. Also im Vergleich ist das wirklich nichts. Natürlich tut es weh, aber mit etwas gezieltem Atmen, sind die Schmerzen bald verschwunden. Also kaum einer Rede wert.

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Wie ihr unten auf den Fotos sehen könnt, sehen die Wunden echt gut aus. Die sind etwas „feucht“, weil ich jeden Tag Bepanthen drauf mache, damit die nicht austrocknen und dann wieder reißen. Handhabt jeder anders, für mich klappt es.

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An dieser Stelle darf man nicht vergessen, dass ich mir vor vier Tagen selbst die Fäden gezogen habe, die sich eigentlich irgendwann selbst aufgelöst hätten. Sonst würde vor allem die untere Narbe, die zwei Querstiche hat, vermutlich anders aussehen.

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Leider macht sich meine Klebstoffallergie nun sehr bemerkbar. Die Haut um die Wunden ist teils richtig offen. Tatsächlich war die schlimmste von allen, schon neu verpflastert, als ich die Fotos gemacht habe… aber bei dem rechten Foto von den Wunden, kann man es erahnen. Da sind auch zwei offene Stellen zu sehen.

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Mittlerweile habe ich offene, wunde Stellen und viiiiiel sich pellende Haut. Pellend ist eigentlich der falsche Begriff. Schuppend trifft es wohl eher. Also muss ich jetzt statt kleinen Pflastern wieder große nehmen, damit die offenen Stellen mal verschont werden und auch mal Bepanthen abbekommen.

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Im besten Fall sind die Wunden bald so zu, dass ich sie nicht mehr abkleben muss, sondern nur noch etwas eincremen muss, damit sie nicht austrocknen und aufreißen.

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Ansonsten fühle ich mich gut. Immer noch recht müde und schnell platt, aber da weiß ich nicht, ob es die Op, die Depressionen oder einfach was anderes ist. Ich penne recht viel. Nachts so um die 8 Stunden, tagsüber oftmals auch noch 2-4 Stunden.

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Es gibt so zwei, drei Kleinigkeiten, wo ich noch unsicher bin.

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Ich trau mich noch nicht, große, Gestreckte Bewegungen zu machen. Zum einen aus Angst, dass die Wunden aufgehen und zum anderen, weil ich eben nicht sehen kann, wie die Wunden im Inneren aussehen.

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Ich traue mich noch nicht zu staubsaugen, weil dieses hin und her gelaufen, mit überall darunter strecken und recken, über eine halbe Stunde, bis die Wohnung komplett gesaugt ist… das klingt einfach nicht nach was, was ich tun sollte. So bleibt der Fußboden dreckig, aber hey: ich hab immerhin eine Ausrede. 😉 Und den restlichen Haushalt mache ich ja. Bad putzen, Wäsche waschen, Herdplatten schrubben, aufräumen…

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Heute liefert GetNow wieder Lebensmittel und auch da, bin ich noch unsicher. Ich werde den Lieferanten heute wieder hochtragen lassen. War früher nie meins, ich hab immer alles unten an der Haustür angenommen, aber ich hab Angst beim schleppen hier hoch, einfach zu verrecken, oder mir was aufzureißen. Und wenn ich noch weitere zwei Wochen keinen Sport machen darf, sollte ich wohl auch keine Schlepperein machen.

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Und zu guter letzt, traue ich mir Autofahren nicht zu. Zum einen, weil ich halt noch viel Müdigkeit verspüre und deshalb etwas träge unterwegs bin… aber vor allem weil ich zu viel Angst habe, dass ich mal scharf bremsen muss. Klingt vielleicht blöd, aber ich hab halt Angst, dass wenn ich scharf bremse, der Gurt zu in den Bauch drückt, oder der Körper an sich so einen Ruck bekommt, dass ich halt innen was aufreiße.

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Ihr seht schon: Diese Ungewissheit wie es in meinem Körper aussieht, schränkt mich ein. Ich fühl mich an sich ja echt gut, aber ich hab halt Angst, dass genau das täuscht und die Wunden im Bauchraum noch „roh“ sind und nicht so verheilt sind, dass sie wirklich stabil sind und was aushalten können.

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Ich mag halt einfach nicht irgendwas blödes tun und dann als Notfall in die Klinik müssen, weil ich plötzlich innere Blutungen von den Wunden habe.

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In drei Wochen ist der Nachsorgetermin im Endo-Zentrum. Da dürfte ich auch erfahren, wie gut es mir wirklich geht.

Die neue Gyn, bei der ich Montag war, hat von sich aus gesagt, dass sie noch keinen vaginalen Ultraschall machen will, weil das bei meinem Eingriff einfach unangenehm wäre und solange keine massiven Beschwerden bestehen, gibt es keinen Anlass, warum es nötig wäre.

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Da bin ich auch sehr dankbar drum, denn der Ultraschall am Tag der Entlassung, war leider ein Alptraum. Vaginale Untersuchungen sind noch nie angenehm gewesen und ich musste den Schmerz immer schon veratmen, aber es war bis dato auszuhalten.

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Bei der Abschlussuntersuchung am dritten Tag, wurde halt ein vaginaler Ultraschall gemacht. Das an sich war schon fies, aber als sie die Position des Schallkopfes verändern musste, mussten wir abbrechen. Das war leider nicht auszuhalten. Kein Wunder: Im Bauch operiert, an der Blase, an der Wand zwischen Vagina und Darm, plus eine Darmuntersuchung und eine Gebärmutterspiegelung. Das da unten dann alles weh tut und verspannt ist, wundert wohl niemanden. 😉

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Wie gesagt, im Großen und Ganzen geht es gut. Und tatsächlich habe ich ein positives Update, von zwei Dingen, die sich wirklich massiv verbessert haben.

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Erstens: Ich hatte ja fast tagtägliche Schmerzen vor der Op. Das ist Vergangenheit. Also ja, es ziept hier und da, aber das ist kein Unterschied zu vorher. Und auch die Blutung, die ich zwei Tage nach der Op bekommen habe (die ist noch ganz, ganz, ganz leicht da mit eins, zwei Tropfen am Tag, aber seitdem ich die Pille nehme, ist sie von einem auf den anderen Tag quasi weg gewesen), war harmlos. Keine massiven Schmerzen oder Krämpfe. Auch die Krämpfe, die ich jetzt habe, sind halt wirklich nichts gegen die Schmerzen, die ich früher hatte. Also mein Schmerzempfinden hat massiv von der Op profitiert!

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Zweitens und das freut mich auch sehr: Meine Blase und ich kommen wieder besser zurecht. Vor der Op bin ich alle zwei Stunden auf Toilette, weil ich so einen Druck auf der Blase hatte. Länger habe ich es kaum ausgehalten. Meist kam aber kaum was, weil es eben nur der Druck von den Zysten und der Endo, auf die Blase war.

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Kurz nach der Op, als ich wieder zuhause war, hatte ich ein paar Nächte, wo ich vor Schmerzen hochgeschreckt bin. Wenn ich dann auf Toilette bin, wurde es sofort besser. Die Gyn am Montag, hatte gesagt, dass es erstmal sein darf, aber in spätestens ein bis zwei Wochen besser sein sollte. Ich sollte mir entweder einen Wecker in der Nacht stellen, oder abends eine Ibu einwerfen. Ich hab die ersten zwei Nächte den Wecker gewählt. Danach war beides nicht mehr nötig, denn…

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…es ist besser geworden! Ich wache nicht mehr Nachts mit Schmerzen auf, sondern erst morgens, wenn ich ausgeschlafen bin. Dann habe ich definitiv leichte bis mittlere Schmerzen, aber auch diese erledigen sich direkt nach dem Toilettengang und sind somit auch kaum noch der Rede wert.

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Auch tagsüber steigere ich mich stetig. Ich halte es einige Stunden aus, bis ich zur Toilette muss, es wird also immer besser. Für mich ist das eine riesige Erleichterung, weil es genug Endo-Patientinnen gibt, die diese Probleme dauerhaft haben, oder sogar Inkontinent sind. Zu merken, dass ich wieder länger aushalten kann und nicht mehr mit Schmerzen nachts hochschrecke, nicht viel Last von den Schultern, weil man den Punkt von der Symptom-/Nebenwirkungsliste streichen kann. 😉

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Edit: Nachdem ich den Post fertig hatte, fiel mir noch was ein: Seit Montag nehme ich das Hormonpräparat Dinuve, mit dem Wirkstoff Dienogest. Ich kann nicht wirklich was viel dazu sagen, nur so viel: Meine Blutung, die ich bis dahin hatte, war von einem auf den anderen Tag verschwunden. Ich behaupte, es ging mit der Pille zusammen, alles andere wäre doch sehr großer Zufall gewesen. Ansonsten merke ich noch nichts. 😉

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Und da ich nun so viel positives vermelden kann, mag ich mal die Klinik empfehlen!

Ich hab sie über die Endometriose-Vereinigung gefunden, die auf ihrer Webseite zertifizierte Endo-Zentren verlinken. Dort war die nächste Klinik in unserer Umgebung, die Landesfrauenklinik, der Helios Universitätsklinik Wuppertal-Barmen.

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Der Zufall wollte es dann so: eine gute Freundin hat dort, auf genau der Station wo ich lag, eine Zeit gearbeitet, weil sie ihre Pflegeausbildung in der Klinik macht. Somit hatte ich aus erster Hand eine Empfehlung und sie hatte Recht.

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Großartige Ärzte, großartige Pflege und überhaupt bin ich in der Klinik nicht einem Mitarbeiter begegnet, der nicht freundlich und hilfsbereit war. Keine Ahnung, ob die Arbeitsbedingungen dort besser sind, als an anderen Kliniken, die Bezahlung stimmt oder dort einfach alle für ihren Job brennen: Ich habe mich immer pudelwohl in der Klinik gefühlt und wirklich gut behandelt.

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Wer also in der Umgebung von Wuppertal (Ich fahr 45 Minuten, weil es eben das nächste zertifizierte Zentrum ist) wohnt, sollte diese Klinik in Betracht ziehen. Ich kann sie nur wärmstens empfehlen! 😉

Das sind die Linke und die untere Wunde.

Veröffentlicht von Kleinekaeferin

25. Freiberuflich im Zirkus unterwegs und über die Hälfte ihres Lebens psychisch erkrankt. Alle Gedankengänge, die für Instagram zu lang sind, kommen in Zukunft hier hin.

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