Wenn Covid-19, psychische Erkrankungen und Endometriose auf einander treffen…

Triggerwarnung: Essstörung und andere psychische Erkrankungen.

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Seit etwa 15.45h am gestrigen Tage, sitze ich nun in meinem Zimmer. Mittlerweile über 20 Stunden. Ich ertrage die Nähe zu meiner Familie nicht mehr. Vermutlich auch bedingt durch meine sich ankündigende Periode und dass ich darüber mit Gott und der Welt sprechen kann, aber keinen Bock habe mit meiner Familie zu diskutieren, wie es mir gerade geht..

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Beschissen geht es. Körperlich, aber vor allem mental. Ich will gerade nur noch in meiner Wohnung sitzen und alleine sein. Mich nicht vor meiner Familie verstecken müssen, weil ich aggressiv werde, wenn ich sie sehe.

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Vor etwa einer Stunde sind sie los zum Strand. Ich habe meine Ruhe. Konnte mal kurz runter gehen und meinem Frustfressen voll nachgeben. Das nennt man übrigens Frühstück. Ich hab die letzten Tage nur so „normales Zeug“ wie Joghurt und Brötchen gegessen, weil ich mit meiner Familie gefrühstückt habe. Ich frühstücke sonst so gut wie nie und vor allem nie sowas. Meist esse ich erst um 12 und dann ist es meist schon Mittagessen. Ich habe also nun drei Tage gefrühstückt, wie ich es sonst eigentlich nie tue.

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Jetzt leide ich auch noch vor mich hin, weil die Schmerzen und der Bauch Theater machen, aber auch nicht richtig. Sprich ich weiß, dass ich jetzt heute meine Tage bekommen müsste, aber sie kommen halt eben nicht. Ich bin also auch noch hochgradig von meinem Körper genervt. Frustriert, wie diese ganze scheiße seit Anfang Juni sich entwickelt hat. Krankenhausaufenthalt, Diagnose der Endometriose, mögliche Begleitsymptome, geplante Op, um vier Wochen verschobene Op, …

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Und gleichzeitig sehe ich meinen Kontostand: 300€. Auf dem Ec-Konto kann ich 200€ minus machen, auf dem Kreditkarten 100€ Minus. Ein paar Wochen komm ich damit noch hin, aber schön ist das alles nicht. Arbeiten gehen kann ich aktuell auch nicht wirklich. Ich kann einzelne Tage zusagen, alles Richtung Festanstellung, etc kann ich aktuell vergessen. Ich brauch mich nirgends bewerben, weil ich vor Ende September in keinem Fall arbeiten kann. Wenn die Op wieder verschoben wird, dann noch später.

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Hartz4 hätte ich vor Monaten beantragen sollen, damit es nicht so eskaliert. Jetzt ist es eh schon zu spät. Kind liegt schon im Brunnen. Da machen die paar Euro auch keinen Unterschied mehr. Bis Ende des Jahres kann ich meine Schulden beim Staat eh nicht mehr ausgleichen.

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Letztes Jahr habe ich gesagt, dass ich nach Jahren der Angst und der Tiefschläge, endlich sagen konnte: „Ich mag mein Leben. Das ist gut so wie es ist.“ Ich ziehe diese Aussage zurück. Ich finde mein Leben so richtig scheiße und alles andere als Lebenswert.

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Eigentlich könnt ich auch sagen: „Hallo Depressionen. Hab euch nie vermisst und wollte euch nie wiedersehen. Erinnert ihr euch dran, wie ich mal sagte, dass ich das nicht nochmal durchmache, was ich bisher schon durchmachen musste? Glaubt mir, liebe Depressionen, wäre Sterbehilfe in Deutschland legal, ich würde es nutzen. Nach all den Jahren reicht es mir. Ich hab keinen Bock erneut mit euch leben zu müssen. Entweder tut sich auf magische Art und Weise ein Problemlöser für mich auf… oder wir lösen Probleme bald wieder auf unsere Art und Weise. Aber so, ertrage ich das nicht mehr lange…“

Veröffentlicht von Kleinekaeferin

25. Freiberuflich im Zirkus unterwegs und über die Hälfte ihres Lebens psychisch erkrankt. Alle Gedankengänge, die für Instagram zu lang sind, kommen in Zukunft hier hin.

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