Hallo Krankenhaus. Mit dir hatte ich nicht gerechnet.

1. Nacht, von keine Ahnung wie vielen, im Krankenhaus – Check!

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Hätte mir mal vor zehn Jahren wer gesagt, dass es mich eines Tages in die Notaufnahme bringt, weil mein Magen-Darm-Trakt mich um den Verstand bringt, hätte ich wohl herzlich gelacht. Ich weiß nicht, wie oft ich in den Jahren bei Ärzten war und gesagt habe, irgendwas stimmt nicht mit meinem Körper. Gestern hat sich dann gerecht, dass meine Psyche mich nicht so wahnsinnig Selbstbewusstsein lässt und ich oft genug nicht den Mund aufbekomme um meinen Willen durchzusetzen.

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Es musste also erst zu den Schmerzen des Todes kommen. Nachdem ich gestern drei Schmerzattacken hatte, die mich jeweils von den Füßen gehauen haben, hab ich erst verzweifelt meine beste Freundin angerufen und gefragt, ob sie mich zum Arzt fährt. Diese musste mich auf den Boden der Tatsachen zurückbringen, dass sie mich nicht von meiner Wohnung zum Auto bekommt, wenn ich kaum laufen kann. Also den Bruder angerufen, der irgendwann zurück rief und meinte, er steht im Stau, ich soll es mal bei unseren Eltern versuchen. Am Ende hat meine Mutter mich in die NA gefahren, natürlich aber nicht, ohne mir noch blöde Sprüche zu drücken.

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Da saß ich dann sechs Stunden alleine fest. Mutti durfte nicht mal mit in die Na, wo ich allerdings auch sehr froh drum war, weil ich sie so nicht rausschmeißen oder ertragen musste. Um 22h bin ich dann endlich im Zimmer angekommen. Man hat mir schon gesagt, dass ich vor Montag keine Untersuchungen bekomme, aber da ich immer noch leichte Schmerzen hatte und nicht gewusst hätte, wie ich weitere Schmerzattacken zuhause überleben soll, hat der Verstand gesiegt hier zu bleiben.

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Die erste Nacht war die Hölle, länger als zwanzig Minuten am Stück hab ich nicht gepennt. Der Zugang tat ständig weh und war nur im rechten Winkel erträglich, wenn der Ellbogen außen und nicht innenseitig auflag.

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Schmerzmittel dulde ich hiermit offiziell, ohne überlebe ich das nicht nochmal… aber Schlafmittel will ich gar nicht erst anfangen. War ja froh, zuhause einen einigermaßen gesunden Schlafrhythmus gefunden zu haben. Das zerstör ich mir jetzt nicht mit Medikamenten.

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Wen mal interessiert, wie das mit Besuch in Corona-Zeiten funktioniert: Quasi gar nicht. Ich muss mal herausfinden, ob man das ein wenig umgehen kann, weil ohne jeden sozialen Kontakt geh ich kaputt.

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Ich hab mich vor Wochen eingeigelt, weil meine Psyche mal wieder ein Tief hatte, aber dank bester Freundin hab ich das hinter mir gelassen. Jetzt wieder isoliert zu leben, muss echt nicht sein. -.-

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Krankenhausaufenthalt in Zeiten von Covid-19 kann ich hiermit offiziell nicht empfehlen! 😉

Veröffentlicht von Kleinekaeferin

25. Freiberuflich im Zirkus unterwegs und über die Hälfte ihres Lebens psychisch erkrankt. Alle Gedankengänge, die für Instagram zu lang sind, kommen in Zukunft hier hin.

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