Wie dunkel meine Psyche manchmal ist, aber wie gut ich sie mittlerweile im Griff habe

Hier ist der Teil, an dem es etwas eskaliert ist. Für die, die nicht wissen, wovon ich rede:

https://kleinekaeferin.blog/2020/10/19/wie-corona-mir-erst-meinen-job-und-dann-die-jahrelange-ungewissheit-nahm/

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Triggerwarnung: Psychische Erkrankungen, Trauma und Suizide

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In meinem Fall muss man aber klar unterscheiden, dass dieses Symptom, mit Behandlung der Endometriose, nicht weg gehen/besser wird. Meine Psyche ist durch ein eigenständiges Trauma geschädigt worden und kann nur durch Aufarbeitung des eben gleichen, wieder langsam besser werden.

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Dementsprechend kann ich mit den, immer gleichen Mantra von anderen Betroffenen, nichts anfangen, wenn es darum geht, seine Psyche zu akzeptieren, so wie sie ist und ihr „Ruhe und gleichzeitige Aufmerksamkeit“ zu geben. Meine Psyche wird mit ein bisschen atmen und „eitidei“ nicht besser.

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An dieser Stelle: Liebe Betroffene: Dies ist kein Angriff auf irgendwen und seinen Weg mit sich und seiner Psyche umzugehen. Jeder agiert so, wie es ihm hilft und jeder sollte das tun, was er für sich als richtig erachtet, solange es anderen nicht schadet. Wenn euch ein alltägliches meditieren, oder Ähnliches, hilft um psychisch stabil zu sein, finde ich das klasse! Wirklich. Das freut mich, wenn ihr euren Weg damit gefunden habt und damit gut durch schwere Zeiten kommt.

Ich würde niemals jemandem, seinen persönlichen, Heilungsweg kaputt reden wollen. Ich weis selbst, wie viel es wert ist, wenn man Rituale findet, die einem helfen, mit Situationen klar zu kommen.

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Meine Erkrankungen sind das Produkt aus mehreren Traumata, die ich in meinem Leben erlebt habe. Von geschwisterlichen Rivalitäten; toxischem Familienleben; über Mobbing und Stalking; bis hin zu einem „Überfall“; sowie dem überleben mehrerer Suizidversuche und suizidalen Gedanken.

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All diese Trauma, und noch viel mehr, haben ihren Teil dazu beigetragen, dass ich so schwer erkrankt bin, wie ich es eben nun mal bin. Essstörungen, Ptbs, Borderline, Angst- und Panikstörung, … die Liste ist lang.

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Gleichzeitig geht es mir heute Verhältnismäßig gut. Ja, ich habe immer noch schwere Krisen und ja, auch dieses Jahr hatte ich mehrfache, suizidale Gedanken, über die ich in dem Moment nicht gesprochen habe… doch ich habe riesige Fortschritte gemacht.

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Statt mich wieder selbst zu verletzen; meinen Kopf wiederholt vor die Wand zu schlagen und mir stundenlang zu sagen, wie wertlos ich bin und dass ich niemals etwas auf die Kette bekomme; habe ich mir die Schuhe angezogen und bin raus.

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Ich bin gelaufen. Stolze 9 Kilometer, in etwa 3 Stunden. Immer geradeaus. Von meinem Stadtteil, in die nächste Stadt. Immer weiter geradeaus. Bis ich, nach 50 Minuten Fußmarsch und dem ausmalen, mehrerer Szenarien, wie ich mein Leben beenden könnte, endlich den Kopf frei hatte. Endlich runterfahren konnte. Keine Aggressionen mehr, gegen mich selbst hatte. Der Frust und die Anspannung, in Entlastung und Entspannung geswitched sind.

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Ich war stolz auf mich. So viele Kilometer laufen, daran hätte ich im Traum nicht gedacht, dass ich das „mal eben so schaffe“. Ich hatte Biss und habe durchgezogen. Ich hatte nach der anfänglichen Anspannung und Aggression, plötzlich ein Ziel vor Augen: Von einer Stadt in die nächste laufen – Komme, was wolle. Ich habe mir selbst bewiesen, dass wenn ich will, ich auch kann.

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Vor etwas 5 1/2 Jahren, habe ich meinen zweiten Suizidversuch unternommen. Eigentlich ging es mir damals wieder besser und eigentlich sollte ich am nächsten Tag arbeiten gehen. Einer Arbeit nachgehen, die ich damals sehr geliebt habe. Auf die ich mich gefreut habe. Es war eine Kleinigkeit, die mich so getriggert hat, dass ich mir kurz danach versucht habe, das Leben zu nehmen. Damals konnte ich nicht mal daran denken, alternative Handlungen auszuführen, um von meinen Gedanken weg zu kommen… damals war ich so schwer krank, dass der Suizid, als der einzige adäquate Weg erschien.

Wie Corona mir erst meinen Job und dann die Jahrelange Ungewissheit, nahm

Hallo ihr lieben Leser. Heute gibt es mal eine kleine Ansprache an euch.

Erstmal danke an die, die hier regelmäßig stöbern und lesen. 🙂 Freut mich, wenn es Leute gibt, die das interessiert, was ich schreibe.

Zum anderen ist dieser Blog-Eintrag ein wenig explodiert in seiner Länge und dem Ausmaß an Gedankensprüngen. Eigentlich war mein Ursprungsgedanke, dass mein Jobverlust dieses Jahr, etwas positives mit sich brachte: Meine Endometriose-Diagnose.

Wieso ich das als positiv betrachte und wie es sich dahin entwickelt hat, wollte ich aufschreiben… und plötzlich mitten beim schreiben, driftete der Text in eine ganz andere Richtung.

Plötzlich war ich mitten in meiner Psyche gelandet und dem, wie dunkel es darin manchmal aussieht, aber wie positiv sie sich trotzdem über die Jahre gewandelt hat.

Ich hatte plötzlich einen Blog-Eintrag im Blog-Eintrag verfasst, wenn ihr versteht, was ich meine.

Das Ganze ist so eskaliert, dass es niemals jemanden geben würde, der das alles in einem Eintrag lesen könnte. Deswegen habe ich folgendes getan:

Ihr werdet irgendwann, in der Erzählung, wieso mein Jobverlust und die Endometriose-Diagnose, was gutes an sich haben, an den Punkt kommen, wo ich einen zweiten Beitrag verlinke. Wer will, kann dann später lesen, wie sich meine Psyche über die Jahre verändert hat und wieso ich es nicht mag, wenn Leute mir ihre Endometriose-Mantra aufzwängen wollen. 😉

Wer nur über die Endometriose lesen will, kann so, nur über die Endometriose lesen und wer nur über meine dunkle Seite lesen will, kann so über die dunkle Seite lesen. Ich glaube, dass ist das sinnvollste für alle.

Danke für die Aufmerksamkeit vorne weg. Und nun, viel Erfolg bei der Wall of Text. 😉

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Dreimal dürft ihr raten, wer natürlich abends gegen 20 Uhr, auf dem Sofa eingepennt ist… 9.30Uhr wach sein, bin ich halt nicht mehr gewöhnt. Ist heute morgen aber ohne Wecker passiert, nach etwa 4 1/2 Stunden Schlaf.

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Ich hab das Gefühl, so ganz langsam beweg ich mich wieder in humanere Zeiten, wann ich „morgens“ in etwa wach werde. Nicht mehr erst 13Uhr wach werden. Aber das 4/4.30Uhr schlafen gehen, krieg ich noch nicht wirklich aus meinem Körper. Das hat sich ganz schön manifestiert.

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Tja, dass ist wohl die chronische Erschöpfung, von der so viele Endo-Patienten erzählen, die ich jahrelang mit extrem viel Adrenalin und Coffein, während meiner Arbeitszeiten, gekonnt umsegelt habe.

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Es ist absurd, wie ich so langsam meinen Frieden finde, mit der Tatsache, dass ich dieses Jahr, als erstes, dank Corona, meinen Job verloren habe… (ja, ich bin seit 7 Jahren Freiberuflerin, aber jemanden zu erklären, wie genau jetzt Corona und mein Job kollidiert sind, dauert immer 10x länger, als zu sagen: Ich hab meinen Job verloren. Theoretisch könnte ich bei entsprechenden Aufträgen direkt wieder arbeiten gehen, aber vermutlich werde ich so, wie bisher, nicht mehr meinen Lebensunterhalt damit bestreiten können, weil meine Arbeit eher als Vergnügen angesehen wird, anstatt als ein nötiges pädagogisches Projekt, dass gerade aktuell, allen Beteiligten, ein Lächeln ins Gesicht zaubern würde. Dementsprechend ist meine Art von Arbeit etwas, dass ganz hinten angestellt wird in der Kette von Projekten, die pädagogische Einrichtungen, in Corona-Zeiten umsetzen.)

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… und dann, dank meines Jobverlustes, nach 15 Jahren, dieses Jahr nun endlich richtig diagnostiziert wurde.

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Hätte ich dieses Jahr nicht meinen Job verloren, wäre ich:

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a) Vermutlich immer noch nicht diagnostiziert worden. Ihr glaubt ja wohl nicht, dass die Schmerzen so Beachtung bekommen hätten, hätte ich regulär meinen Lebensunterhalt verdienen müssen. Als Freiberuflerin ist man nie „mal eben krank“ und erst recht, fällt man nicht aus. Ich stand die letzten Jahre immer mit Grippe, kaputten Gliedmaßen, chronischen Schmerzen, oder Weisheitszähnen, die Probleme machten, bei der Arbeit. Krank sein gab es einfach nicht. Egal, wie schlecht es mir ging.

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B) Mutmaßlich wäre ich zum „wirklichen“ Notfall geworden. Tatsächlich bin ich relativ sicher, dass die beiden Zysten mich irgendwann so umgehauen hätten, dass ich nicht nur einen unfreiwilligen Trip in die Notaufnahme gehabt hätte, sondern vermutlich Not-operiert worden wäre, weil die Zysten entweder geplatzt wären, oder sich irgendwie verdreht hätten. Niemals wäre das so „locker“ gelaufen, wie jetzt. Und das sagt die, bei der der Stein ja nur ins Rollen kam, weil sie einen Trip in die Notaufnahme, mit anschließendem Krankenhausaufenthalt, hatte.

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C) Wäre ich auch ohne die Zysten, vermutlich in eins bis zwei Jahren, zum Notfall geworden, weil dann vermutlich einen Darmverschluss als Konsequenz von über 15 Jahren, Rätsel raten, gehabt hätte.

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Ich finde so langsam meinen Frieden mit der Tatsache, dass 2020 alles auf einmal dem Bach hinunter gegangen ist. Job weg, Gesundheit am Arsch. Und trotzdem kann ich den letzten Teil, langsam, Stück für Stück, akzeptieren.

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15 Jahre habe ich unter den folgenden Symptomen und Begleiterscheinungen gelitten:

⁃ massive Unterleibschmerzen während der Periode

⁃ Übelkeit, Erbrechen

⁃ Migräne vom feinsten

⁃ Massiver Schmerzmittelkonsum

⁃ Schmerzen bei jeglicher sexueller Aktivität (ja, auch darüber müssen wir wohl oder übel reden. Das ein Orgasmus zwar echt schön sein kann, wenn es einem gut geht… aber auch die Hölle sein kann, wenn einem sowohl der Unterleib, als auch der Enddarm deswegen schmerzt. 🤷‍♀️)

⁃ Chronische Erschöpfung (so viel Schlaf, wie ich manchmal gebraucht hätte, hätte ich, an einem Tag, gar nicht bekommen können.)

⁃ Sozialer Rückzug/Unverständnis anderer, auf Grund der immer wieder kehrenden Schmerzen

⁃ Gelenk-, bzw Schmerzen in den Gliedmaßen im allgemeinen (Fun fact: Wir waren irgendwann an dem Punkt, wo bei einer 20 Jährigen, Rheuma vermutet wurde.)

⁃ Psychische Belastung

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Ich bin zusätzlich zur Endometriose, auch seit über 13 Jahren psychisch erkrankt. Beide Erkrankungen stehen für mich auch in keinem direkten Zusammenhang. Klar begünstigt unter normalen Umständen, die Endometriose eine Verschlimmerung der Psyche, aber trotzdem sind in meinem Fall, beides zwei verschiedene Paar Schuhe.

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In meinem Fall gibt es einen ganz klaren Auslöser, ein Trauma, von dem an, meine psychischen Probleme aufgetaucht sind. Ja, möglicherweise war ich damals schon durch die Endometriose, in der Psyche vorbelastet und habe das Trauma deswegen nicht so gut weg gesteckt, trotzdem haben sich handfeste psychische Diagnosen, aus dem erlebten, entwickelt.

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Ich finde, dass dies betont werden muss, denn wie gesagt: Psychische Begleiterscheinungen sind ein Gesicht der Endometriose. Es gibt viele Betroffene, die unter Stimmungsschwankungen, Depressionen, etc leiden.

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(Hier eskalierte das ganze dann in eine ungeahnte Richtung… wer über die dunkle Seite meiner Psyche lesen will, kann das hier tun: https://kleinekaeferin.blog/2020/10/19/wie-dunkel-meine-psyche-manchmal-ist-aber-wie-gut-ich-sie-mittlerweile-im-griff-habe/ )

Und nun zurück zur Endometriose…

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Diese psychische Komponente sorgte nach Jahren dazu, dass ich an mir und meinem Verstand gezweifelt habe. Nachdem mir diverse Ärzte, in all den Jahren, erzählt haben, ich sei kerngesund, habe ich angefangen darüber nachzudenken, ob ich mir meine Symptome einbilde. Ob sie vielleicht ein Produkt meiner kaputten Psyche sein.

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3 Frauenärztinnen, 2 Orthopäden, ein Rheumatologe, zwei Hausärzte, eine Notaufnahme/Klinik und zwei Psychiatrien. All diese Ärzte und Kliniken erklärten mir, dass ich körperlich vollkommen fit sei. Das einzige Manko sei, dass ich etwas Gewicht verlieren und Sport machen müsste.

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Wie soll man da nicht glauben, dass man so schwer psychisch krank ist, dass die Symptome alle von der Psyche stammen?

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Es hat dieses Jahr, meinen Jobverlust gebraucht, um die Zysten an meinen Eierstöcken zu spüren und zu erhören, damit mir endlich, nach 15 Jahren, die richtige Diagnose gestellt werden konnte.

Und selbst da, musste ich für die endgültige Diagnose ja noch kämpfen.

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Man erinnere sich: Als Notfall in die Klinik, weil ich vor Schmerzen nicht mehr stehen konnte. 6 Tage Krankenhaus ohne Diagnose. Zwei Wochen später die gleichen Schmerzen, diesmal in Kombination mit meiner Periode. Gefolgt von einem Kampf, bei meiner damaligen Gyn, einen Termin zu bekommen, obwohl ich sagte, ich kann vor Schmerzen nicht mehr stehen. Ich war kurz davor, zu irgendeiner Gynäkologin zu gehen, weil die mir eigentlich keinen zeitnahen Termin geben wollten.

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Erst, als ich die Tatsachen auf den Tisch knallte, in Form des Krankenhausbriefes und dem, dass ich Gewissheit will, was in meinem Unterleib gerade so ausrastet, kriegte ich den vaginalen Ultraschall, der offenbarte, dass ich zwei Zysten an den Eierstöcken hatte. Beide etwa 4cm groß.

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Dort wurde das erste Mal von einem studierten Mediziner gesagt, dass ich eventuell schwer krank sein könnte. Nach all den Jahren, wo ich überall vorstellig und überall abgewimmelt wurde (wo man meine Aussage: „Meine Schmerzen während der Periode werden immer schlimmer“, nicht ernst genommen hatte), habe ich endlich Gewissheit bekommen.

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Ich bin mir sicher: hätte Corona dieses Jahr nicht so gewütet und wäre ich weiter meinem Job nach gegangen, dann wäre ich immer noch nicht diagnostiziert, oder alternativ zum „extrem Notfall“ geworden und hätte es dann Knall auf Fall, nach einer Not-Op erfahren.

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Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde, aber: Danke Corona, dass ich wegen dir, meinen Job aufgeben musste. Wahrscheinlich hast Du mir damit weitere Jahre, leiden ohne Diagnose, erspart. Danke, so absurd es ist, einer weltweiten Pandemie, Danke zu sagen.

Ich befinde mich in einem Prozess und dafür brauche ich offene Ohren, aber keine „schlauen“ Kommentare.

Da sich aktuell einige Nachrichten bei Instagram und WhatsApp ansammeln, mal mein Wort am Sonntag…

Ich ertrage andere Menschen gerade einfach nicht.

Die letzten Wochen kamen so viele Bemerkungen von Freunden und Familie, darüber was ich tun und lassen soll, aber vor allem, dass ich mich mal entspannen soll. Die ganze Situation nicht so schlimm sehen soll und das alles kein Weltuntergang ist… das sagt sich leicht, wenn man nicht in meiner Haut stecken muss und das nicht alles selbst erlebt.

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Das sagt sich so leicht, wenn man selbst nicht operiert wurde und die Schmerzen nicht selbst fühlt. Wenn man nicht weiß, was guter und normaler Schmerz ist und was schlechter.

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Wenn man nicht wochenlang herumlungert, weil es das einzige ist, was man tun kann, obwohl man sich bewegen will.

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Wenn man sich nicht Hormone einschmeißen muss, in der Hoffung, dass man zu dem 1/3 gehört, bei dem die Hormone Wirkung zeigen… und nicht nur Nebenwirkungen.

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Wenn man nicht zu denen gehört, die sich durch ihre Arbeitslosigkeit Gedanken machen müssen, wie es nun weiter geht. In der nächsten Zeit, mit zweiter Op, mindestens 3 Stunden am Tag arbeiten gehen soll, so wie der Hartz4-Antrag es verlangt? Wie soll das gehen?

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Wenn man sich nicht mit 26 Jahren in einem gesundheitlichen Zustand befindet, an dem einen nicht nur Rehamaßnahmen zustehen, sondern man sich ernsthafte Gedanken um die Anerkennung einer Behinderung machen muss.

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Wenn man gerade keine offenen Ohren findet, ohne immer irgendwelche Kommentare zu bekommen, die fehl am Platz sind.

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Wenn man nicht selbst mit psychischen Erkrankungen kämpft, die nicht nur seit über 13 Jahren bestehen, sondern gerade auch alles noch viel anstrengender machen.

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Wenn man nicht grübeln muss, wie man eigentlich an einen Therapieplatz kommen soll, weil entweder 9 Monate Wartezeit bestehen; die verfügbaren Therapeuten nicht für einen selbst geeignet sind; oder man in eine Klinik weit entfernt müsste, um gute und adäquate Therapie zu bekommen.

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Wenn man sich nicht jeden Tag eine Notiz mehr macht, auf dem Zettel, den man mit seinen Ärzten abarbeiten muss. Stimmen meine Blutwerte, weil danach fühlt es sich nicht an?! Soll ich bei meinem Schmerzmittel bleiben, oder was anderes nehmen? Welche Sozialrechtliche Möglichkeiten habe ich, Gelder zu bekommen? Wieso blute ich seit 3 Wochen durchgängig? Wieso tun meine Bauchmuskeln jeden Tag weh? Was tu ich gegen das morgendliche mit Schmerzen wach werden, weil man nach 7 Stunden eine fast explodierende Blase hat, aber nachts nicht mehr dafür den Wecker stellen will?

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Wenn man nicht mal scheiß Phasen hat, an denen man sich fragt, wieso es ausgerechnet einen selbst nun auch noch mit einer schweren-chronischen Erkrankung umgehauen hat.

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Wenn man sich nicht schon mal mental auf einen künstlichen Darmausgang einstellen muss, weil die Chancen, dass man vielleicht ja doch drum herum kommt, obwohl alle Ärzte schon was anderes gesagt haben, mit jedem Tag geringer werden.

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Wenn man sich nicht damit anfreunden muss, demnächst in einen Beutel zu scheißen, während man mit anderen Menschen beim Essen, oder abends auf der Couch sitzt.

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Wenn man sich nicht mit 26 die Frage stellen muss, ob es nicht vielleicht die klügste Entscheidung wäre, alles herausnehmen zu lassen, was Probleme macht.

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Wenn man sich nicht mit 26 Jahren, die Frage stellen muss: Will ich mal Kinder? Um welchen Preis würde ich welche wollen? Sollte ich jetzt wirklich meine Eizellen einfrieren lassen? Will ich mir das überhaupt mit meinem geschundenen Körper antun?

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Es ist vieles, so viel leichter zu sagen, wenn man nicht selbst betroffen ist. Wenn man derjenige ist, der daneben steht und nicht mal ansatzweise erahnen kann, wie es der betroffenen Person wirklich geht.

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Ich will von euch keine Ratschläge.

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Ich will nicht hören, dass ich unbedingt zum Arzt gehen muss!

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Ich will nicht hören, dass ich unbedingt zuhause raus muss und mal was anderes tun muss, als alleine zuhause zu sitzen.

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Ich will nicht hören, was irgendein Mensch, in irgendeiner Zeitung, oder in irgendeinem Tv-Bericht erzählt hat, was super helfen würde.

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Ich will auch nicht hören, wie andere Menschen vielleicht auch Schwierigkeiten hatten, schwanger zu werden und es tausendmal probiert haben, bis es klappte.

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Ich will nicht hören, was euch hilft, wenn ihr mal etwas Unterleibschmerzen habt, oder mal eine Migräne. Wenn euch mal schlecht ist, oder ihr mal Durchfall habt. Wenn ihr mal keinen Appetit habt, oder mal alles fressen könntet, was bei drei nicht auf dem Baum ist.

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Ich will nicht hören, dass alles gut wird. Dass es bestimmt alles halb so wild ist. Dass es mir doch bestimmt bald besser geht.

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Ich bin schwer-chronisch krank und das unheilbar. Meine Endometriose wird nicht mehr vergehen. Für die nächsten etwa 20 Jahre werde ich weiter mit der vollen Brandseite an Symptomen leben. Danach kann ich hoffen, dass es nach der Menopause deutlich entspannter wird. Eine Garantie gibt mir aber niemand darauf, dass alle Symptome dann verschwinden.

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Ich bin schwer-chronisch krank und das schon seit etwa 15 Jahren. 15 Jahre habe ich bei diversen Ärzten meine Symptome vorgetragen und immer hieß es: „Ist alles super. Alles gut. Alles wie es sein soll.“ 15 Jahre lang ließen mich die Halbgötter in Weiß, in dem Glauben, dass ich mir meine Probleme einbilde. Einfach überempfindlich bin. Ein Sensibelchen, dessen Psyche auf den Körper schlägt.

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15 Jahre musste ich mir von Freunden und Familie anhören, das könnte alles nicht so schlimm sein. Ich müsste halt mal zum Arzt gehen und das abklären lassen. Und selbst jetzt, nachdem die Diagnose kam, musste ich mir anhören: „Hab ich dir doch vor Jahren schon gesagt, dass Du das vielleicht haben könntest.“

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Und vor vier Jahren war ich bei meiner damaligen Gyn und habe gesagt: „Meine Schmerzen werden immer schlimmer und die Schmerzmittel wirken immer weniger. So kann es nicht weitergehen.“ Und ich bekam wieder zuhören, dass alles top in Ordnung sei.

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Ich bin schwer-chronisch krank und mit meiner Vorgeschichte von psychischen Erkrankungen und nun dem hinzukommen meiner schweren-chronischen Erkrankung, habe ich beste Chancen auf Anerkennung eines Behindertengrades. Je nachdem wie das Urteil ausfällt, sogar auf einen Schwerbehindertenausweis.

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Ich bin schwer-chronisch krank und das weiß ich seit gerade einmal drei Wochen zu 100% sicher. Ich brauche Zeit. Zeit um selbst zu verstehen, was mit mir passiert. Wie es nun weitergeht. Was ich vom Leben will oder nicht will. Wo ich mich in ein paar Jahren sehe, oder auch nicht sehe.

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Ich brauche offene Ohren, die einfach zuhören. Die im Zweifel einfach nur stumm neben mir sitzen, zuhören und am besten nichts sagen, wenn sie nicht wissen, was sie sagen sollen, anstatt „kluge Kommentare abzugeben“.

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Ich brauche offene Ohren, die mich in Ruhe lassen, wenn ich nicht reden will. Die sich nicht aufdrängen, sondern einfach nur einmal das Angebot machen, zu zuhören.

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Ich brauche offene Ohren, die nicht sagen, dass alles absurd ist, was mir durch den Kopf geistert, sondern die sagen: „Ich hab zwar das Gefühl, dass wird dir nichts bringen, aber wenn Du willst probieren wir es aus.“

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Ich brauche offene Ohren, die vielleicht auch einfach mal mit mir weinen, wenn meine Welt mal wieder in tausend Einzelteile zerfällt.

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Und ich brauche vor allem offene Ohren, die nicht alles gleich auf meine Psyche schieben, wenn ich ein paar Tage in Folge sage, wie scheiße alles ist.

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Ich befinde mich in einem Prozess. Die erhaltenden Diagnosen zu verstehen und zu begreifen. Den Weg, der vor mir liegt, klar sehen zu können. Mich und meinen Körper neu zu verstehen. Andere Menschen neu zu verstehen. Mich nicht mehr von allem und jedem, ständig angegriffen zu fühlen, weil jeder ständig in meine frischen Wunden fasst.

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In einem Prozess der Trauer, über das, was mir vor drei Wochen verloren gegangen ist. Ein Leben, in dem ich dachte, ich hätte nur einen psychischen Knacks und wäre körperlich aber „top fit“, wenn ich denn nur ein bisschen mehr Sport triebe. Ein Leben, in dem ich mir keine Gedanken machen musste, wie ich die nächsten Jahrzehnte körperlich überstehen werde.

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Mir ist etwas genommen worden, dass zum „normal“ sein dazugehört. Ein gesunder Körper. Dafür etwas gegeben worden, was einen zu einem Behinderten macht. Eine schwere-chronische, nicht heilbare, Erkrankung.

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Ich befinde mich in einem Prozess… von dem weder Du, noch ich, wissen, wann dieser vergeht, oder ob er nicht ein lebenslang bleiben wird.

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Aktuell geht es einzig und allein um mich, meine Belange und Probleme. Um das, was mich umtreibt. Und nicht darum, wie Du mit dieser neuen Situation zurecht kommst. Wie Du lernen kannst, als Freund oder Familienangehöriger mit meinen Problemen umzugehen. Wie Du lernst, dich daran zu gewöhnen, dass ich immer körperlich zurück stecken werde und niemals mehr so fit sein werde, wie andere es sind oder sein könnten.

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Es geht aktuell um mich und meinen Prozess, mit alle dem zu leben. Mich zu arrangieren und mein Leben neu zu erleben.

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Irgendwann… irgendwann werde ich dir dann helfen, damit umzugehen, dass deine Schwester, Tochter, Freundin oder Arbeitskollegin, schwer-chronisch krank ist. Ich werde dir helfen, damit zu leben, dass ich nicht immer mithalten kann. Das ich bei vielen Dingen, immer Hilfe brauchen werde.

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Irgendwann helfe ich dir zu akzeptieren, was mit mir los ist… aber jetzt hilf mir, mich und mein eigenes Leben zu akzeptieren.

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Denn jetzt stehe mal wieder ich im Vordergrund… auch wenn ich das in der Vergangenheit schon oft genug getan habe, wenn es um meine Gesundheit ging.

Albträume durch meine Ptbs – Teil 30153905362

TW: Es wird weiter unten um meine Albträume gehen, die durch eine Ptbs bedingt sind und vor zwei Tagen getriggert wurden. Der Anfang des Textes, war eigentlich mein Ende, allerdings wollte ich noch die Menschen an zwei, drei Gedanken teilhaben lassen, die selbst gegen ihre Vergangenheit kämpfen und somit schnell getriggert werden. Ich hab daher entschieden, die letzten Absätze an den Anfang zu packen, damit ihr diese Gedanken mit mir teilen könnt und nicht außen vor bleibt, weil ihr die Textabschnitte zu meinen Albträume besser nicht lest. 😉

Alles weitere und ab wo die Albträume und das drum herum beginnen, wird genau gekennzeichnet.

Assistenzhund:

Es sind Tage wie dieser, an denen ich mir eine Fellnase an der Seite wünsche. Vor ein paar Monaten hab ich versucht, das Thema Assistenzhund anzugehen… nachdem ich keinerlei Job gefunden habe und mittlerweile Schulden beim Staat habe, liegt das Thema wieder auf Eis. Und mit dem gesundheitlichen Drama on Top, wäre es aktuell auch nicht vorstellbar, mich darum weiter zu kümmern.

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Zu sehr sehne ich mich aber nach einem treuen Begleiter, der tagsüber, aber eben auch nachts, an meiner Seite ist und mir hilft. Der da ist, wenn ich einen fiesen Albtraum habe und alleine nicht wach werden kann, weil ich wie gelähmt bin.

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Ich überlege, meine Spendenseite zu reaktivieren. Alle Jobangebote und Bewerbungen habe ich ja nun eh auf Eis legen müssen, weil ich dieses Jahr nicht mehr arbeiten gehen kann. Dafür ist gesundheitlich zu viel im Argen. Was hält mich eigentlich davon ab, sie zu reaktivieren?

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Psychisch und physisch chronisch krank:

Es sind Nächte wie diese, in denen mein „ich fühl mich seit der Op, psychisch so gut, wie die letzten Monate nicht mehr“ zu bröckeln beginnt. Denn erst sagt der Körper den ganzen Tag schon „aua“ und kurz drauf, die Psyche dasselbe.

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Nur mit dem kleinen Unterschied: Meine Op sieht man mir an. Menschen können die Narben davon sehen. Die Narben meiner Psyche… tja, die kann ich zwar spüren, aber niemand kann sie von außen sehen.

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TW: Albträume durch Ptbs. Ab hier rate ich Betroffenen nicht mehr weiterzulesen, oder zumindest mit Vorsicht. Es werden keine genauen Szenen beschrieben, aber die Materie eines Albtraums und das damit verbundene aufwachen und danach zurecht kommen, sind ausführlich beschrieben.

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Zweimal.. zweimal der gleiche Albtraum in einer Nacht. Mit Wachwerden und nicht aus der Starre lösen können. Beim zweiten Mal bin ich wieder zurück in den Traum gedriftet, weil ich mich nicht aus dieser Starre beim aufwachen lösen konnte.

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Erst bei einem zweiten Anlauf, konnt ich mich endlich auf die andere Seite drehen, dann aufsetzen und somit zeitgleich wach werden.

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Beim aufsetzen, hab ich gleichzeitig das Licht angemacht. Diese Dunkelheit erträgt ja kein Mensch. Obwohl ein Nachtlicht an war, war es mir zu duster im Raum.

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Es sind Nächte wie diese, die es so schwierig machen, tagsüber zurecht zu kommen. Wie soll man tagsüber die Kämpferin schlechthin sein, wenn man nachts träumt, dass man gefangen gehalten, geschlagen und ermordet wird?

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Es sind Nächte wie diese, die mich immer wieder an die Vergangenheit erinnern. Und ich kann fast froh sein, überwiegend nur Albträume zu haben und nicht tagsüber unter massiven Flashbacks zu leiden.

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Vor zwei Tagen habe ich von meiner Ptbs und dem verbundenen Trauma geschrieben… eine Nacht hatte es mich verschont, nachdem ich getriggert wurde. Die zweite Nacht war dann umso härter.

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Mir tut alles weh.

Der Nacken knackt, die Schultern tun weh, der Bauch noch mehr. Muskelkater im ganzen Körper. Ich muss so unter Anspannung gestanden haben, dass mein gesamter Körper sich verkrampft hat. Anders kann man den Muskelkater nicht erklären. Und auch jetzt, 10 Minuten nach dem Aufwachen, ziehen Bilder des Albtraums vor meinem Auge her.

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Ich friere des Todes, während ich halbnackt durch die Wohnung laufe, mein Kirschkernkissen warm mache, mir was zu trinken hole und überhaupt einfach erstmal wieder klar komme. Jede Ecke um die ich biege, jede Tür, die ich passiere, es sind alles dunkle Bedrohungen, hinter denen jemand stehen könnte.

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Mein Handy immer dabei. Irgendwie macht es das erträglicher, wenn man weiß, man könnte zur Not den Notruf wählen. Es ist absurd, weil ja niemand in der Wohnung ist… aber zwischen Sinn und Unsinn kann eine Ptbs ja nie so richtig unterscheiden.

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Mittlerweile bin ich wieder im Bett angekommen. Aufrecht darin sitzend, obwohl der Bauch viel „Aua“ schreit. Aber hinlegen und Augen zu, ist nicht. Ich werde mir jetzt eine Weile YouTube-Videos um die Ohren hauen und dann hoffentlich nochmal in den Schlaf zurück finden. Um 6.00 Uhr morgens. Großes Kino.

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Zwischendurch blicke ich immer wieder hoch. Mein Nachbar ist noch wach (ich kenn seinen Rhythmus in etwa, weil man ihn nachts, recht laut über mir hören kann), was dazu führt, dass der Boden über mir des Öfteren knarzt. Obwohl meine Zwischentür zu ist und diese sooooo laut knarzt, dass niemand unerkannt rein käme, bleibt die Angst, dass doch wer im Zimmer stehen könnte.

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Mein Bauch schreit „aua“. Der würde gerne gerade entspannt liegen und nicht mehr mit den Nachwehen meiner Op kämpfen müssen… Vielleicht ziehe ich mir jetzt eine Reihe „Adventskalender Unboxings“ rein. Hatte schon immer etwas beruhigendes und faszinierendes an sich, anderen Menschen beim auspacken eines Adventskalender zuzusehen. Könnte daran liegen, dass ich Adventskalender liebe. 🙂

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Aber an Schlaf ist gerade nicht mehr zu denken…

Wie Tv-Serien, meine Ptbs triggern können

Tw: Ptbs/Einbrüche/Stalking

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Da ist es wieder… das unaufgearbeite Trauma. Hin und wieder kommt es ganz unverhofft und schlägt einfach zu. Von hinten, mit viel Anlauf.

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Ich schaue seit vielen Jahren „In aller Freundschaft“, sowohl die jungen, als auch die „alten“ Ärzte. Meine Mutter hat mich als Kind/Teenager irgendwann mitschauen lassen, als ich abends mal nicht schlafen konnte. Seit einigen Jahren schaue ich es mehr oder weniger regelmäßig. Ja, mögen viele lustig finden, dass ich mir solche Serien rein ziehe, aber so what. Ich mag‘s.

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Bisher… letzte Folge kündigte sich in der „alten IaF“ schon an, dass der aktuelle Handlungsverlauf düster werden würde. Die Klinik-Chefin hat einen Stalker, von dem man letzte Folge das erste Mal erahnen konnte, dass er wirklich übergriffig wird.

Bis dahin war es für mich aber noch okay zu schauen und getriggert gefühlt habe ich mich nicht.

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Die aktuelle Folge sollte dies nun ändern. Leider kenne ich das Gefühl des Stalkings zu gut. Aber dazu gleich… angefangen hat mein Trauma vor zwei Jahren.

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Vor zwei Jahren habe ich das erste Mal mit einem Wohnwagen, alleine irgendwo übernachtet. Die Arbeit hat es hergegeben, dass ich mehrere Nächte eines unserer Zirkuszelte bewacht habe und deswegen mit dem Wohnwagen daneben stand. Die erste Nacht ging alles gut und die zweite Nacht hat ein Kollege dort übernachtet und ich konnte eine Nacht zuhause schlafen. Wir hatten uns die Woche quasi in Wechsel aufgeteilt.

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Die dritte Nacht kam und endete abrupt um 3.55h. Aus dem Tiefschlaf hochgeschreckt bin ich, als der Wohnwagen heftig von links nach rechts schaukelte. Gehämmert gegen die Tür, ein nicht aufhörendes Klinke runterdrücken. Dazu Schreie.

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Wie gelähmt lag ich unter der Decke. Minutenlang nicht in der Lage mich zu bewegen. Irgendwann löste sich die Starre und ich griff zum Handy neben mir. 112. Absurd, wie man in extremen Situationen vergisst, welche Nummer man wählen muss. Der Herr am anderen Ende hat aber schnell geschaltet und mich weitergeleitet an die Polizei.

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15 Minuten. Solange hat es gebraucht, bis die Polizei mit zwei Streifenwagen aus der nächsten Stadt endlich da war. 15 Minuten lag ich in Todesangst im Wohnwagen. Die Täter waren längst weg, schon in dem Moment, als ich den Notruf abgesetzt habe. Erst als ich das Blaulicht durch die Schlitze der Jalousien erahnen konnte, bin ich aus dem Bett aufgestanden, geduckt durch den Wohnwagen gelaufen, bis ich wirklich die Streifenwagen sehen konnte.

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In diesem Moment fiel alle Anspannung ab. Ich hab mir eine Jacke übergeworfen und bin aus dem Wohnwagen raus. Im Beisein der Polizei hab ich noch einen schnellen Blick in unser Zirkuszelt geworfen, aber es wurde schnell klar: die Täter wollten mich nur ärgern. Es fehlte nichts und beschädigt wurde auch nichts.

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Das Zelt stand auf dem Schulhof einer Hauptschule, auf dem Abends Drogen Verrückt worden. Das ich als Frau alleine in dem Wagen bin, war wohl kein Geheimnis, hatte ich mich tagsüber ja alleine auf dem Gelände bewegt.

Von da an, hatten der Kollege und ich immer zusammen im Wagen gepennt. Alleine wollten wir das beide nicht mehr machen.

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Monate später bekam ich die ersten Albträume. Ich wurde verfolgt. Mein Leben war in Gefahr. Nacht für Nacht. Irgendwann mehrfach die Nacht. Bis zu dem Tag, an dem ich dreimal den gleichen Albtraum hatte und jedes Mal etwas mehr gefährdet wurde. Schlussendlich wurde ich beim dritten Albtraum dann umgebracht. Kein Versuch, kein kurz davor, nein… ich wurde im Traum ermordet.

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Viele Wochen und Monate, aber vor allem viel darüber reden und schreiben, hat Linderung gebracht. Stück für Stück ließen die Albträume wieder nach. Bis zu diesem Jahr.

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Hier wird meine Stalking-Erfahrung relevant.

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Zweimal sind Menschen der Meinung gewesen, sie könnten sich herausnehmen, unangekündigt in meinem Leben aufzutauchen. Einmal auf der Arbeit, einmal vor meiner Haustür. Beide Male habe ich den Kontakt zu den guten Bekannten abgebrochen. Das zweite Mal hat lange Spuren hinterlassen.

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Anfang dieses Jahres erst war es, dass jemand ungewünscht vor meiner Haustür stand und erst nach einer guten 3/4 Stunde wieder gegangen ist, als ich ihn durchgängig ignoriert habe. Kein Klingeln, kein Anruf, keine WhatsApp habe ich beantwortet.

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Dem Ganzen ging voran, dass ich Monatelang mit WhatsApp-Nachrichten bombardiert wurde. Mal hier, mal da. Jede Nachricht habe ich ignoriert. Für Monate. Da es aber ein guter Bekannter war, hab ich es ausgesessen und ihn nicht blockiert.

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Danach kamen Wochen voller Albträume. Ich habe das eine Fenster in meiner Wohnung mit einem Einbruchschutz ausgerüstet. 3.Og Altbau. Eigentlich absurd, doch die Feuertreppe grenzt an mein Küchenfenster. Es hat mich um den Verstand gebracht, zu wissen, es gibt zwei Wege zu meiner Wohnung, wenn man wollen würde. Die Albträume wurden schlimmer, aber auch das bloße in der Wohnung bewegen, hat mich wahnsinnig gemacht. Jede Ecke war eine Gefahr.

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Meine Nachtlichter wurden wieder die treusten Weggefährten in der Nacht und seitdem Vorfall habe ich auch dauerhaft Nachts ein Licht im Schlafzimmer an. Wenn ich von einem Albtraum hochschrecken sollte, fällt die Orientierung damit leichter. Man ist der Dunkelheit dann nicht so schutzlos ausgeliefert.

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Mit den Monaten hat sich dies wieder gelegt. Ich habe jetzt ein paar Monate, vielleicht so drei, vier, wieder ganz gut schlafen können. Und auch das aufhalten in meiner Wohnung ist wieder gut ertragbar.

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Bis heute.

Es sind eben die Dinge des Alltags, die einen Triggern. Dazu brauche ich keinen Bericht über Einbrüche, Vergewaltigungen oder Ähnliches lesen. Ich brauche auch keine Dokus und Reportagen anschauen, um getriggert zu werden. Manchmal sind es Gerüche. Manchmal ist es das Aussehen eines Menschens. Manchmal ein Satz oder Wort, der Erinnerungen triggert… und manchmal sind es Tv-Serien.

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Seien wir ehrlich… wenn ich jetzt danach gehen würde, wo im TV, auf YouTube oder sonst wo, alles gefährliche Szenen auftauchen KÖNNTEN… ich dürfte gar nichts mehr konsumieren, denn rein theoretisch, könnte es eben überall Thema werden. Und seien wir auch ehrlich: Wer rechnet denn damit, in einer deutschen Krankenhaussserie mit sowas konfrontiert zu werden?

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Es gibt Unterschiede zwischen Serien und nicht alle triggern mich. Ich kann aktuell z.B. Abends noch gut eine neue Folge K11 schauen. Hat was mit Morden, Stalkern, etc zu tun und doch triggert es mich nicht. Böse Zungen würden behaupten, dass liegt am schlechten Schauspiel, der Protagonisten… 😉 Ich mag die Serie trotzdem.

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Bei IaF verhält es sich anders. Da tauche ich viel mehr ab im Geschehen. Ich bin live dabei, verfolge alles was passiert. K11 läuft meist, während ich Malbücher ausmale, Sudokus löse, oder bastel. Bei IaF funktioniert das selten. Da unterbreche ich oft meine Tätigkeiten, weil ich so drin bin im Geschehen. Ein Kompliment also für die Macher und Schauspieler. Es fühlt sich realer an, als K11.

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Klar weiß ich, dass es eine fiktive Serie ist, aber sie nimmt mich eben gerne mal mit. Heute wahrscheinlich zu sehr.

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Die Szenen heute wurden Stück für Stück immer krasser. Der Stalker wurde massiv aufdringlich, war sehr präsent und am Ende. Tja, am Ende stand er an einem Fenster zur Wohnung, im Schutze der Dunkelheit und hat sein Opfer beobachtet. Perfekt inszeniert wurde das ganze, dass muss man IaF lassen.

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Mir hat es leider einen eiskalten Schauer den Rücken runterlaufen lassen. Ich saß plötzlich wie versteinert mit Herzrasen auf dem Sofa. Tränen in den Augen. Vollkommen fassungslos.

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Mittlerweile, während ich den Text schreibe, geht es wieder besser, aber nicht gut. Ich sehe im Augenwinkel Dinge. Ich sehe die dunklen Ecken meiner Wohnung. Ich zapple die gesamte Zeit schon mit den Füßen. Eine Reaktion, wenn ich zu angespannt bin, damit der Körper irgendwie die Anspannung los werden kann. Würde ich nicht mit den Füßen wackeln, würde ich Krämpfe bekommen.

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Krämpfe, wie man sie von Epilepsie kennt. Alles verhärtet sich, man ist nicht mehr ansprechbar und ist irgendwie im Tunnel. Hinterher wird man wach. Alles fühlt sich nach fettem Muskelkater an. Man selbst ist total K.O. Ist mir zum Glück bisher nur seltenst passiert, aber immun bin ich dagegen nicht.

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Ich weiß nicht, was vernünftig ist. Die gesamte Zeit, während ich das hier schreibe, überlege ich schon, wie ich das in nächster Zeit nun machen soll.

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Ich mag die Serie. Ich will sie eigentlich nicht missen, weil ja auch noch andere Handlungsstränge erzählt werden, die man halt mitbekommen will. Aber wenn ich die nächsten Folgen immer wieder mit meinem Trauma konfrontiert werde… puh.. eigentlich kein Bedarf. Danke.

Ich weiß es nicht. Vielleicht nur tagsüber und nicht mehr abends schauen. Vielleicht erst meine Mutter schauen lassen und die dann fragen, wie krass die Szenen waren… aber die versteht ja nicht mal, dass ihre Tochter seit Jahren psychisch krank ist. Wie will die mir vernünftig erklären, wie schlimm die Szenen sind?!

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Ich weiß es nicht.. aber das ist genau das, womit ich irgendwie immer rechnen muss. Mit Dingen, die vergangene Erinnerungen, wieder hervorholen. Das nennt man dann wohl eine posttraumatische Belastungsstörung.

Tag 11 – Wie geht es mir?

Tag 11 nach der Bauchspiegelung – Wie geht es mir?

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Gut. Wirklich gut, ist wohl meine Antwort auf die Frage. Mit ein paar kleinen Einschränkungen.

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Es könnt wesentlich schlimmer sein, wenn man überlegt, dass das meine Klebstoffallergie, eines von zwei „kleinen“ Symptomen ist. Das ich auf die Pflaster allergisch reagiere und die letzten zwei Tage immer wieder mal Krämpfe hatte, die aber gut zu managen waren.

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Das ist nichts, wenn man sich überlegt, dass ich am 14.09. eine knapp 1 1/2 Stündige Bauch-Op hatte, bei der mir Gewebe an verschiedenen Stellen und Organen entfernt wurde.

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Die Krämpfe tauchen immer recht plötzlich und ohne Ankündigung auf, wo ich bisher auch noch kein Muster feststellen konnte. Leichtes ziehen kenne ich, wenn ich lange gesessen habe und mich dann hinstelle, aber die Krämpfe… ich weiß nicht so recht.

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Wenn ich von Krämpfen spreche, rede ich von einer Nichtigkeit. Es sind Krämpfe, ja… aber nachdem was ich über ein Jahrzent lang als Krämpfe betitelt habe, sind die aktuellen wirklich nichts. Also im Vergleich ist das wirklich nichts. Natürlich tut es weh, aber mit etwas gezieltem Atmen, sind die Schmerzen bald verschwunden. Also kaum einer Rede wert.

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Wie ihr unten auf den Fotos sehen könnt, sehen die Wunden echt gut aus. Die sind etwas „feucht“, weil ich jeden Tag Bepanthen drauf mache, damit die nicht austrocknen und dann wieder reißen. Handhabt jeder anders, für mich klappt es.

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An dieser Stelle darf man nicht vergessen, dass ich mir vor vier Tagen selbst die Fäden gezogen habe, die sich eigentlich irgendwann selbst aufgelöst hätten. Sonst würde vor allem die untere Narbe, die zwei Querstiche hat, vermutlich anders aussehen.

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Leider macht sich meine Klebstoffallergie nun sehr bemerkbar. Die Haut um die Wunden ist teils richtig offen. Tatsächlich war die schlimmste von allen, schon neu verpflastert, als ich die Fotos gemacht habe… aber bei dem rechten Foto von den Wunden, kann man es erahnen. Da sind auch zwei offene Stellen zu sehen.

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Mittlerweile habe ich offene, wunde Stellen und viiiiiel sich pellende Haut. Pellend ist eigentlich der falsche Begriff. Schuppend trifft es wohl eher. Also muss ich jetzt statt kleinen Pflastern wieder große nehmen, damit die offenen Stellen mal verschont werden und auch mal Bepanthen abbekommen.

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Im besten Fall sind die Wunden bald so zu, dass ich sie nicht mehr abkleben muss, sondern nur noch etwas eincremen muss, damit sie nicht austrocknen und aufreißen.

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Ansonsten fühle ich mich gut. Immer noch recht müde und schnell platt, aber da weiß ich nicht, ob es die Op, die Depressionen oder einfach was anderes ist. Ich penne recht viel. Nachts so um die 8 Stunden, tagsüber oftmals auch noch 2-4 Stunden.

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Es gibt so zwei, drei Kleinigkeiten, wo ich noch unsicher bin.

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Ich trau mich noch nicht, große, Gestreckte Bewegungen zu machen. Zum einen aus Angst, dass die Wunden aufgehen und zum anderen, weil ich eben nicht sehen kann, wie die Wunden im Inneren aussehen.

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Ich traue mich noch nicht zu staubsaugen, weil dieses hin und her gelaufen, mit überall darunter strecken und recken, über eine halbe Stunde, bis die Wohnung komplett gesaugt ist… das klingt einfach nicht nach was, was ich tun sollte. So bleibt der Fußboden dreckig, aber hey: ich hab immerhin eine Ausrede. 😉 Und den restlichen Haushalt mache ich ja. Bad putzen, Wäsche waschen, Herdplatten schrubben, aufräumen…

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Heute liefert GetNow wieder Lebensmittel und auch da, bin ich noch unsicher. Ich werde den Lieferanten heute wieder hochtragen lassen. War früher nie meins, ich hab immer alles unten an der Haustür angenommen, aber ich hab Angst beim schleppen hier hoch, einfach zu verrecken, oder mir was aufzureißen. Und wenn ich noch weitere zwei Wochen keinen Sport machen darf, sollte ich wohl auch keine Schlepperein machen.

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Und zu guter letzt, traue ich mir Autofahren nicht zu. Zum einen, weil ich halt noch viel Müdigkeit verspüre und deshalb etwas träge unterwegs bin… aber vor allem weil ich zu viel Angst habe, dass ich mal scharf bremsen muss. Klingt vielleicht blöd, aber ich hab halt Angst, dass wenn ich scharf bremse, der Gurt zu in den Bauch drückt, oder der Körper an sich so einen Ruck bekommt, dass ich halt innen was aufreiße.

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Ihr seht schon: Diese Ungewissheit wie es in meinem Körper aussieht, schränkt mich ein. Ich fühl mich an sich ja echt gut, aber ich hab halt Angst, dass genau das täuscht und die Wunden im Bauchraum noch „roh“ sind und nicht so verheilt sind, dass sie wirklich stabil sind und was aushalten können.

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Ich mag halt einfach nicht irgendwas blödes tun und dann als Notfall in die Klinik müssen, weil ich plötzlich innere Blutungen von den Wunden habe.

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In drei Wochen ist der Nachsorgetermin im Endo-Zentrum. Da dürfte ich auch erfahren, wie gut es mir wirklich geht.

Die neue Gyn, bei der ich Montag war, hat von sich aus gesagt, dass sie noch keinen vaginalen Ultraschall machen will, weil das bei meinem Eingriff einfach unangenehm wäre und solange keine massiven Beschwerden bestehen, gibt es keinen Anlass, warum es nötig wäre.

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Da bin ich auch sehr dankbar drum, denn der Ultraschall am Tag der Entlassung, war leider ein Alptraum. Vaginale Untersuchungen sind noch nie angenehm gewesen und ich musste den Schmerz immer schon veratmen, aber es war bis dato auszuhalten.

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Bei der Abschlussuntersuchung am dritten Tag, wurde halt ein vaginaler Ultraschall gemacht. Das an sich war schon fies, aber als sie die Position des Schallkopfes verändern musste, mussten wir abbrechen. Das war leider nicht auszuhalten. Kein Wunder: Im Bauch operiert, an der Blase, an der Wand zwischen Vagina und Darm, plus eine Darmuntersuchung und eine Gebärmutterspiegelung. Das da unten dann alles weh tut und verspannt ist, wundert wohl niemanden. 😉

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Wie gesagt, im Großen und Ganzen geht es gut. Und tatsächlich habe ich ein positives Update, von zwei Dingen, die sich wirklich massiv verbessert haben.

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Erstens: Ich hatte ja fast tagtägliche Schmerzen vor der Op. Das ist Vergangenheit. Also ja, es ziept hier und da, aber das ist kein Unterschied zu vorher. Und auch die Blutung, die ich zwei Tage nach der Op bekommen habe (die ist noch ganz, ganz, ganz leicht da mit eins, zwei Tropfen am Tag, aber seitdem ich die Pille nehme, ist sie von einem auf den anderen Tag quasi weg gewesen), war harmlos. Keine massiven Schmerzen oder Krämpfe. Auch die Krämpfe, die ich jetzt habe, sind halt wirklich nichts gegen die Schmerzen, die ich früher hatte. Also mein Schmerzempfinden hat massiv von der Op profitiert!

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Zweitens und das freut mich auch sehr: Meine Blase und ich kommen wieder besser zurecht. Vor der Op bin ich alle zwei Stunden auf Toilette, weil ich so einen Druck auf der Blase hatte. Länger habe ich es kaum ausgehalten. Meist kam aber kaum was, weil es eben nur der Druck von den Zysten und der Endo, auf die Blase war.

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Kurz nach der Op, als ich wieder zuhause war, hatte ich ein paar Nächte, wo ich vor Schmerzen hochgeschreckt bin. Wenn ich dann auf Toilette bin, wurde es sofort besser. Die Gyn am Montag, hatte gesagt, dass es erstmal sein darf, aber in spätestens ein bis zwei Wochen besser sein sollte. Ich sollte mir entweder einen Wecker in der Nacht stellen, oder abends eine Ibu einwerfen. Ich hab die ersten zwei Nächte den Wecker gewählt. Danach war beides nicht mehr nötig, denn…

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…es ist besser geworden! Ich wache nicht mehr Nachts mit Schmerzen auf, sondern erst morgens, wenn ich ausgeschlafen bin. Dann habe ich definitiv leichte bis mittlere Schmerzen, aber auch diese erledigen sich direkt nach dem Toilettengang und sind somit auch kaum noch der Rede wert.

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Auch tagsüber steigere ich mich stetig. Ich halte es einige Stunden aus, bis ich zur Toilette muss, es wird also immer besser. Für mich ist das eine riesige Erleichterung, weil es genug Endo-Patientinnen gibt, die diese Probleme dauerhaft haben, oder sogar Inkontinent sind. Zu merken, dass ich wieder länger aushalten kann und nicht mehr mit Schmerzen nachts hochschrecke, nicht viel Last von den Schultern, weil man den Punkt von der Symptom-/Nebenwirkungsliste streichen kann. 😉

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Edit: Nachdem ich den Post fertig hatte, fiel mir noch was ein: Seit Montag nehme ich das Hormonpräparat Dinuve, mit dem Wirkstoff Dienogest. Ich kann nicht wirklich was viel dazu sagen, nur so viel: Meine Blutung, die ich bis dahin hatte, war von einem auf den anderen Tag verschwunden. Ich behaupte, es ging mit der Pille zusammen, alles andere wäre doch sehr großer Zufall gewesen. Ansonsten merke ich noch nichts. 😉

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Und da ich nun so viel positives vermelden kann, mag ich mal die Klinik empfehlen!

Ich hab sie über die Endometriose-Vereinigung gefunden, die auf ihrer Webseite zertifizierte Endo-Zentren verlinken. Dort war die nächste Klinik in unserer Umgebung, die Landesfrauenklinik, der Helios Universitätsklinik Wuppertal-Barmen.

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Der Zufall wollte es dann so: eine gute Freundin hat dort, auf genau der Station wo ich lag, eine Zeit gearbeitet, weil sie ihre Pflegeausbildung in der Klinik macht. Somit hatte ich aus erster Hand eine Empfehlung und sie hatte Recht.

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Großartige Ärzte, großartige Pflege und überhaupt bin ich in der Klinik nicht einem Mitarbeiter begegnet, der nicht freundlich und hilfsbereit war. Keine Ahnung, ob die Arbeitsbedingungen dort besser sind, als an anderen Kliniken, die Bezahlung stimmt oder dort einfach alle für ihren Job brennen: Ich habe mich immer pudelwohl in der Klinik gefühlt und wirklich gut behandelt.

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Wer also in der Umgebung von Wuppertal (Ich fahr 45 Minuten, weil es eben das nächste zertifizierte Zentrum ist) wohnt, sollte diese Klinik in Betracht ziehen. Ich kann sie nur wärmstens empfehlen! 😉

Das sind die Linke und die untere Wunde.

Hormonbombe – Ich komme!

Here we go: Ab heute heißt es tagtäglich bis zu den Wechseljahren (oder einem akuten Kinderwunsch), die Hormonbombe durchnehmen.

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Ich hatte heute, genau eine Woche nach der Op, einen Termin bei meiner neuen Frauenärztin. Top Frau! Ich habe in meinem Leben 3 Gynäkologinnen durch probiert. Zwei als Teenager, eine als Erwachsene. Bei allen drein muss ich im Nachhinein den Kopf schütteln, aber noch viel besser: Meine neue Frauenärztin schüttelte den Kopf, als ich die Geschichte erzählt habe. „Ich versteh es nicht. Wenn Frauen vorstellig werden und sagen, sie haben massive Schmerzen, muss man doch als Arzt hellhörig werden. Zumal die Erkrankung ja nicht erst seit gestern existiert.“ – Zitat der neuen Gyn. Da kann sich jeder vorstellen, wie ich mich gefühlt habe.

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Ich hatte einen Zettel mit Fragen dabei. Das erste Mal in meinem Leben. Vieles wusste ich ja schon, aber ein paar Fragen blieben nach der Op offen. Und siehe da: Von meinem Fragenzettel habe ich genau drei Fragen gestellt… den Rest hat sie von sich aus alles erzählt, ohne dass ich was sagen musste. Ich wurde so gut aufgeklärt wie noch nie. Traurig, wenn man überlegt, dass ich seit etwa 14/15 Jahren zur Gynäkologin gehe, wie sich heute herausstellte. Die neue Ärztin ist Nachfolgerin einer der Ärztinnen, bei denen ich früher war… und da war ich wohl zuletzt vor 13 Jahren. Da ich davor bei einer anderen Gynäkologin war, muss ich wohl doch schon seit 14/15 Jahren meine Periode bekommen und dementsprechend lange die Symptome schon haben… und ich hab zunächst 12/13 Jahre geschätzt.

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Nun ist der Plan, mir die Hormonbombe einzuwerfen, damit ich schmerzfrei durch‘s Leben gehen kann. Es heißt also nun für mich als Pillenablehnerin: Ausprobieren und Nebenwirkungen gegen Erleichterung abwägen und ggf neu überlegen. Ich bekomme nicht die klassische Pille. Mein Medikament ist nicht die Visanne, wie bei vielen anderen Betroffenen, sondern die Dinuve. Am Ende ist es der gleiche Wirkstoff, hat nur einen anderen Namen.

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Der Unterschied zwischen meinem Medikament und einer klassischen Pille liegt darin, dass mein Medikament offiziell nicht als Verhütungsmittel verkauft werden darf, sondern nur zur reinen Endometriosebehandlung zugelassen ist. Und entgegen dem „klassischen“ Pillenzyklus (von dem ich kaum noch mitbekomme, dass er existiert, wenn ich mir mein Umfeld anschaue), muss ich diese Pille durchnehmen. Bis ich tot umfalle… okay, der Teil ist gelogen. Tatsächlich „nur“ bis zu den Wechseljahren, denn dann sollte der Spuk der Endometriose nachlassen. Wenn man sich überlegt, wann die Wechseljahre im Durchschnitt einsetzen… das ist noch ganz schön lang hin.

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Alternativ dazu, könnte es auch irgendwann heißen: Ich habe einen Kinderwunsch. Dann setzt man das Medikament ab, versucht direkt eine Schwangerschaft „herbeizuführen“ (wenn das alles immer so einfach wäre, gäbe es wohl keine Kinderwunschzentren) und schaut dann nach der Geburt, wie die Endometriose sich verhält. Sollte eine direkte Schwangerschaft nicht möglich sein, so würde man mich an ein Kinderwunschzentrum verweisen. Zukunftsmusik, die noch sehr weit entfernt spielt, aber interessant das nochmal gehört zu haben.

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Nun wieder weg von meiner Hormonbombe, die ich nicht gerne nehme, aber ihr zumindest eine Chance geben will. Ab sofort darf ich mir nun für die Nacht einen Wecker stellen. Aktuell wache ich nachts immer mit heftigen Schmerzen auf, wenn die Blase voll ist… und das ist sie aktuell immer noch sehr schnell. Damit das nicht passiert, muss ich nun nachts regelmäßig aufstehen. Zumindest die ersten ein bis zwei Wochen noch. Danach sollte es sich eigentlich von alleine erledigen. Wenn nicht, müsste man abklären, ob die Blase bei der Op was abbekommen hat. Alternativ zum Wecker dürfte ich sonst jeden Abend eine Ibuprofen nehmen, bevor ich schlafen gehe, damit die Schmerzen nicht so schlimm sind. Aber nach dem jahrelangen Schmerzmittelkonsum, muss erstmal die „harmlosere“ Variante her, bevor ich mir jetzt jeden Tag wieder Schmerzmittel einwerfe.

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Auch bzgl begleitenden Therapieangeboten hat die Ärztin mich aufgeklärt. Die Klinik hatte im Brief zwar geschrieben, dass man mit mir über eine Reha gesprochen hätte… ist nur leider in Wirklichkeit nicht passiert. Das hat die Ärztin jetzt nachgeholt. Für jemanden, der sich über ein Jahrzehnt mit Schmerzmitteln zudröhnen musste, weil Ärzte alles für „ach so normal“ erklärt haben, ist das ja auch das Minimum, dass man mal drüber aufgeklärt wird, was man für Rechte als Patient hat. Sie sagt, dass man grundsätzlich mit Endometriose eher nicht die super Chancen hat, eine Reha genehmigt zu bekommen. Da ich allerdings so eine schwere Form habe und einen so schweren Verlauf, empfiehlt sie die Klinik nochmal drauf anzusprechen. Die wären zuständig. Wenn dabei nichts herumkommt, soll ich aber jeder Zeit Bescheid geben. Ich vertage dies auf Mitte Oktober, wenn ich meinen Termin zur Kontrolle in der Klinik habe und wir über die Darm-Op sprechen. Dann kann man ja frühzeitig dafür eine Reha beantragen. Denn ganz ehrlich? Die brauche ich mittlerweile dringend, alleine auf Grund meiner Psyche.

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Ich habe nun endlich einen Fahrplan. Wir alle kennen den Nahverkehr, der kommt gerne mal unpünktlich oder fällt komplett aus… aber der Fernverkehr funktioniert bis auf Ausnahmen, meist recht gut. So bin ich zumindest bisher immer ganz gut mit der Bahn durch‘s Land gefahren. So betrachte ich jetzt meinen Verlauf mit der Krankheit. Kann sein, dass es in naher Zukunft noch viele Hürden geben wird, aber wenn das langfristige Ergebnis stimmt, ist das okay.

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Zum Abschluss gibt es nochmal zwei Fotos. Da kann man mal sehen, was das für Bomben sind, die Betroffene sich einwerfen müssen. Und dann sind sie nicht mal in den Langzeitwirkungen erforscht.

Post-Operativ – Tag 5

Tag Fünf – Post-Endometriose-Operativ.

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Mein bisheriges Fazit, bevor es ins Wochenende geht.

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Schmerzen habe ich kaum noch welche.

Die, die ich zwischendurch habe, kommen von zu langem stehen, denn alles wo der Oberkörper gestreckt wird, tut einfach noch weh und muss „veratmet“ werden.

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Außerdem ist regelmäßig auf Toilette gehen ein muss. Im Gegensatz zu vor der Op, wo ich ständig den Druck auf die Blase gemerkt habe, merke ich es nun erst nach Stunden, wenn ich Schmerzen dadurch bekomme. Besonders nachts ist das anstrengend. Man wird wach und weiß erst nicht woher der scharf, stechende Schmerz kommt, bis man sich schlaftrunken dran erinnert: Ich war seit x Stunden nicht mehr auf dem Klo.

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Ein weiteres gravierendes Problem: Ich fresse aktuell wie ein Schwein. Ich kann nicht mal erklären woher das kommt, aber ich habe den ganzen Tag unendliche Gelüste und fresse eigentlich durchgängig. Ich rätsel noch, woran es liegt.

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Seit heute macht sich die Pflaster-/Kleberallergie bemerkbar. Der Bauch ist teils schon „offen“, weil ich so extrem auf die Pflaster reagiere. Mittlerweile kleben die kleinstmöglichen Pflaster drauf und drum herum wird regelmäßig Bepanthen geschmiert, aber helfen tut das nur bedingt. Vor allem in den „Falten“ scheuert es ganz schön.

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Zu guter letzt merke ich, dass es gut ist, jemandem von der Pflege zur Freundin zu haben. Sowas wie die Problematik mit den Pflastern z.B. konnt ich ihr jetzt schreiben und weiß, da bekomme ich adäquate Antwort. Ansonsten würde mir Hinz und Kunz Ratschläge erteilen, aber was sinnig ist, wüsste ich nicht.

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Und auch zu wissen, man hat jemanden, den man bei wirklichen Sorgen anrufen könnte, hilft. Die eine Naht, die unten am Schambein liegt, tut weh. Druck- und Zugempfindlich ist sie. Alles gut aushaltbar, aber eben merkbar. Außerdem ist sie leicht rötlich. Noch nichts, wo ich jetzt panisch im Kreis renne, aber ich bin aufmerksam. Jeden Tag Pflasterwechsel und gründlich hingucken, ob sich was ändert.

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Sollte ich jetzt am Wochenende feststellen, das wird rötlicher, gäbe es für „normale“ Menschen eigentlich nur den Weg in die Notaufnahme oder den Anruf beim Notdienst der Ärzte, ob das alles noch normal ist. So aber, kann ich sowohl besagte Pflegekraft, als zur Not auch meinen Berufsfeuerwehrmann-Bruder anrufen und die beiden drauf schauen lassen. Wenn die sagen, dass ist alles noch im Rahmen, ist es okay. Wenn die beiden aber sagen würden, da muss ein Arzt drauf schauen, weiß ich, dass es doch schon grenzwertiger ist.

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Ich will beide nicht wirklich damit nerven und versuch das meiste alleine mit mir auszumachen, aber es ist gut zu wissen, man hat Leute vom Fach hinter sich. Das gibt gerade am Wochenende eine gewisse Ruhe und Sicherheit.

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Die 45 Minuten Spaziergang heute, waren Kräfte zerrend. Ich hätte danach gut einen Mittagsschlaf machen können, hab es aber vermieden. Mein Schlaf ist gerade ziemlich durchwachsen. Ich schlafe mal super ein, dann wieder stundenlang gar nicht. Dann penn ich 7 Stunden durch ohne Probleme und am anderen Tag wach ich nach 3 Stunden mit extremen Schmerzen auf, weil ich zur Toilette muss.

Letzte Nacht/gestern Morgen, bin ich z.B mit massiven Schmerzen auf Toilette und war danach so kaputt und müde, dass ich mich nochmal bis zum Mittag schlafen gelegt habe.

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Ich gönne meinem Körper jede Ruhe, die er jetzt braucht. Er hat sich das verdient. Aber wenn ich mich jetzt tagsüber auch schlafen lege, penn ich nachts bald gar nicht mehr.

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Zu guter letzt kann man aber sagen: Ich schlafe dafür jetzt wieder auf allen Seiten. Ich hatte die ersten Tage ja massiv mit Schulterschmerzen auf der rechten Seite zu kämpfen, die es unmöglich gemacht haben, auf der Seite zu liegen. Diese waren gestern endlich verschwunden und ich meine sogar, ich wäre nachts auf der rechten Seite eingeschlafen. 😉

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Es sind turbulente Tage und mein Fragenkatalog für den nächsten Arztbesuch am Montag wächst fleißig… aber ich fühle mich so gut, wie lange nicht mehr.

Endometriose – Stufe 4 – Here we go!

Tja, seit Montag ist es nun ganz offiziell:

Ich habe Endometriose, der Stufe 4. Es gibt offiziell 4 Stufen, wobei die 4. die „schlimmste“ ist. An dieser Stelle sei klar gesagt: Keine Patientin kann über ihre Stufe beurteilt werden. Es gibt Patientinnen, die in Stufe 1 sind, aber genauso Schmerzen wie bei Stufe 4 haben und umgekehrt.

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Ich habe vor Jahren schon von der Erkrankung gehört, aber nie gewusst, wie viele Menschen dies betrifft. Damals war es für mich eine Erkrankung, die schlimm ist, aber nicht so häufig vorkommt.

Seit dem Verdacht im Juli, habe ich in meinem direkten Umfeld bereits 4 weitere Frauen ausmachen können, die an Endometriose erkrankt sind. Herausgefunden habe ich das nur, weil ich offen über meine Erkrankung gesprochen habe.

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Mittlerweile weiß ich, dass Endometriose nichts seltenes ist. 1 von 10 Frauen ist durchschnittlich erkrankt. Diagnostiziert wird die Erkrankung meist aber erst nach 10 Jahren Leidensweg. Heute, zum Glück, immer früher, als noch vor ein paar Jahren, weil immer mehr Ärzte über die Erkrankung Bescheid wissen und vor allem immer mehr Frauen, davon etwas gehört haben und dann selbst aktiv werden können, wenn sie die selben Symptome bei sich feststellen.

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Als ich vor etwa 13/14 Jahren meine Periode zum ersten Mal bekam, fing der Albtraum an. Jeden Monat lag ich mindestens zwei Tage im Bett, oft vor Schmerzen weinend, zitternd und mit Kreislaufzusammenbrüchen, oder ständigen Erbrechen.

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Drei Gynäkologen haben mich in all den Jahren nicht ernst genommen: „Das ist vollkommen normal, dass Frauen Schmerzen haben, wenn sie ihre Tage bekommen.“ Wie oft ich mir diesen Satz anhören musste, ich weiß es nicht mehr. Ärzte, andere Frauen, Sportlehrer,… Jeder hatte diesen „schlauen Spruch“ parat, dass es das normalste sei, wenn Frauen vor Schmerzen fast sterben möchten.

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Den genauen Leidensweg habe ich in meinem YouTube-Video erzählt. 😉

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Ich kann meinem Körper förmlich dankbar sein, dass er dieses Jahr noch zwei Zysten an den Eierstöcken drauf gelegt hat. Diese führten zu solchen massiven Schmerzen, wie ich sie bis dato noch nicht kannte, so dass ich als Notfall in die Klinik kam. Viel Rätselraten später (und eine Koloskopie, die besagte, mein Darm wäre in Ordnung), kamen endlich die Zysten im Ultraschall zum Vorschein. So groß, dass ich sie als Laie nicht übersehen konnte.

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Diese Montag hatte ich endlich die Bauchspiegelung, die nach aktuellen Stand der Medizin, der einzige Weg ist, die Diagnose gesichert zu stellen. Die Zysten, sowie einige Endometrioseherde, sind endlich weg. Von nun an, dürfte ich ein wenig beschwerdefreier sein, als bisher.

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Leider ist auch klar geworden, dass mein Darm nicht so gesund ist, wie es die Klinik im Juni noch erzählte. Der Übergang vom Dünndarm zum Blinddarm sei wohl massiv befallen (soweit ich die beiden Darmteile richtig erinnere). Jedenfalls hat die Endometriose dort bereits dafür gesorgt, dass sich mein Darm neu schlängelt, weil die Herde ihn aus seiner natürlichen Position verdrängen. Eine Darmsanierung ist so gut wie unausweichlich. Damit einhergehend, werde ich einen vorübergehenden künstlichen Darmausgang bekommen. Ein großer Kampf steht also noch bevor.

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Anbei will ich euch einmal die Kurzfassung geben, welche Diagnosen in meinem Entlassbrief stehen.

Tief-infiltrierende Endometriose: Die Endoherde dringen tief in betroffenes Gewebe ein und können von massiven Schmerzen bis hin zu Organversagen reichen.

Ovar beidseitig heißt, dass beide Eierstöcke von der Endo betroffen sind/waren. Bei mir besonders in Form von Schokozysten.

Adenomyosis ist eine vergrößerte Gebärmutter.

Septum rectovaginale ist die Wand zwischen Rectum und Vagina. (Sehr offensichtlich, ich weiß…)

Darmendometriose erklärte ich bereits weiter oben.

Uterus Supseptus ist die fehlgebildete Gebärmutter, die besonders häufig für Fehlgeburten verantwortlich ist.

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Nun heißt es bis Montag abwarten und dann bei einer neuen Gynäkologin vorstellig werden. Diese hat bereits in der Vergangenheit in einer anderen Klinik, Endometriose-OPs durchgeführt und ist daher mit der Materie vertraut.

Sie wird ggf meine Fäden ziehen und sich mal selbst ein Bild von der Lage machen. Vermutlich werde ich mit ihr auch schon einen ersten Plan erarbeiten, wie es nun bis Mitte Oktober weitergeht, bevor ich dann die Oberärztin aus der Klinik wiedersehe und nochmal mit ihr spreche, wie wir weiter verfahren und wie die Darm-Sanierung ablaufen wird.

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Der erste Kampf ist gekämpft. Nun heißt es den Wunden Zeit zum heilen geben und schauen, wie wir die Endometriose in den Griff bekommen können.

Dann folgt die Darmsanierung und danach dürften die zwei größten Kämpfe gekämpft sein. Danach muss man dann schauen, dauerhaft medikamentös gut eingestellt zu sein und möglichst schmerzfrei zu leben. Ob dies nur mit Medikamenten gelingt, oder ob irgendwann rigorosere Schritte folgen müssen, bleibt fraglich… aber vor allem Zukunftsmusik.

Welttag der Suizidprävention – Anzeichen und Hilfe

Triggerwarnung: Der folgende Blog-Eintrag ist am 10. September 2020 online gegangen. Heute ist der Welttag der Suizidprävention. Sollte Dich das Thema triggern, bitte ich Dich, nicht weiterzulesen.

Solltest Du das Gefühl haben, Hilfe zu brauchen, findest Du diese bei der Telefonseelsorge:
https://www.telefonseelsorge.de/international-helplines/

Desweiteren habe ich einen Blog-Eintrag über meine eigenen Suizidversuche verfasst:
https://kleinekaeferin.blog/2020/09/10/welttag-der-suizidpraevention-meine-suizidversuche/
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Du bist nicht alleine und Du kannst den Kampf gegen die Ausweglosigkeit gewinnen!

10. September – Welttag der Suizidprävention.
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2003 hat die WHO den Aktionstag ins Leben gerufen. Rund 800.000 Menschen nehmen sich jährlich weltweit das Leben. Das bedeutet, dass sich alle 40 Sekunden, ein Mensch das Leben nimmt. Die WHO geht davon aus, dass auf jeden vollendeten Suizid, 20 versuchte kommen.
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Jährlich sterben mehr Menschen durch Suizide, als durch alle Kriege zusammen. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, wenn man z.B. ungeklärte Autounfälle, Essensverweigerung, oder absetzen von Medikamenten als mögliche Suizide hinzuzählt.
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In Deutschland nehmen sich jährlich etwa 10.000 Menschen das Leben. Damit stellen Suizide die häufigste Todesursache dar. Selbst, wenn man Verkehrs-, Drogen- und Aidstote zusammenzählt, bleibt die Zahl der Tode durch Suizid höher.
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Mit etwa 75% stellen Männer die meisten Suizidtoten dar. Jedoch werden die meisten Suizidversuche von jungen Frauen unternommen. Somit sind alle Geschlechter gleichermaßen von Suiziden und den Absichten zu solchen, betroffen.

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Rund 600 der Opfer sind Jugendliche und junge Erwachsene (bis 25). 2018 haben sich in Deutschland 192 junge Menschen zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr, das Leben genommen. Das Durchschnittsalter aller Suizidtoten liegt bei 58 Jahren. Am häufigsten betroffen sind jedoch ältere Männer.

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Jeder dritte, der einen Suizidversuch überlebt hat, versucht sich erneut das Leben zu nehmen.

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Nimmt sich ein Mensch das Leben, sind durchschnittlich mindestens sechs weitere Menschen durch den Suizid betroffen. Angehörige und Freunde sind als Hinterbliebene durch die Suizide ebenso betroffen, wie Arbeitskollegen, Mitschüler oder gar Zeugen des Suizides.

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Woran erkenne ich, ob ein Mensch möglicherweise suizidale Absichten haben könnte?

Er droht den Suizid an. Es gibt Menschen, die ganz klar sagen, dass sie sich das Leben nehmen wollen. Dies sind nicht nur „leere Aussagen“, sondern können durchaus sehr ernst gemeint sein.

Wer Äusserungen macht, wie z.B.:
„Das macht doch alles keinen Sinn mehr“ oder „Es reicht so langsam einfach mal“, könnte ernsthafte Absichten haben, seinem Leben ein Ende zu setzen. Große Hoffnungslosigkeit ist ein häufiger Grund für Suizidversuche.

Suizidgefährdete nehmen Abschied und sorgen für geordnete Verhältnisse.
Ein Suizidgefährdeter hat häufig den Wunsch, für die Hinterbliebenen alles so geordnet wie möglich zu hinterlassen. Testamente, Patientenverfügungen und Abschiedsbriefe werden verfasst. Oftmals verabschieden sich gefährdete Menschen liebevoll von ihren Angehörigen und Freunden, wenn sie diese ein letztes Mal besucht oder am Telefon gesprochen haben.

Jemand, der mit dem Leben abgeschlossen hat, ruht oftmals in sich und scheint wenig verzweifelt. Angehörige könnten zu dem Schluss kommen, dass es dem Betroffenen besser gehen muss.

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Was kann ich tun, wenn ich den Verdacht habe, jemand könnte suizidgefährdet sein?

Reden sie mit demjenigen. Sprechen sie ihn konkret auf ihren Verdacht an. Viele Suizidgefährdete Menschen merken durch diese Ansprachen, dass sich die Angehörigen sorgen und Angst um sie haben. Dies kann zum einen dazu führen, dass Betroffene sich öffnen und über ihre Probleme reden, oder zumindest sehen, dass sie nicht so alleine sind, wie sie es vielleicht annehmen. Viele gefährdete überdenken ihre Absichten.

Suchen sie professionelle Anlaufsstellen auf. Therapeuten, Hausärzte oder Sozialarbeiter können professionelle Hilfe leisten, die man als Angehöriger nie ersetzen und nicht annähernd so gut leisten kann.

– In akuten Krisen übernehme die Verantwortung für den Suizidgefährdeten. Begleite ihn zum Arzt oder in die Klinik.

– Bei einem akuten Suizidversuch, oder Androhungen zu solchen, rufe die 110 oder 112 an!
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Quellen: Therapie.de / Wikipedia.de: Suizid / Deutsche Depressionshilfe / destatis.de / de.statista.de